Studie: Ärzte setzen auf Online-Marketing


Zwei Drittel der Patienten kommen allerdings über soziale Kontakte

KÖLN (Biermann) – Laut der Studie „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2011“ betreiben Ärzte Marketing vor allem im Internet. So sind für rund zwei Drittel (64,6 Prozent) der Ärzte, Zahnärzte und Psychologischen Psychotherapeuten die Homepage und Einträge in Online-Suchverzeichnisse das wichtigste Marketing-Instrument. Die Studie wurde von der GGMA Gesellschaft für Gesundheitsmarktanalyse im Auftrag der Stiftung Gesundheit durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigten ferner, dass rund die Hälfte (54,8 Prozent) der Befragten die eigenen Mitarbeiter als wichtig für das Marketing betrachtet. Auf Platz drei kam das äußere Erscheinungsbild der Praxis mit 42,7 Prozent.

Wie die Untersuchung belegt, sind Patienteninformation und -gewinnung vorrangige Ziele des Marketings. So möchte rund die Hälfte der Ärzte die Patienten konkret über ihr Leistungsspektrum informieren, ein Drittel (34,4 Prozent) will neue Patienten hinzugewinnen und ein weiteres Drittel (33,6 Prozent) möchte allgemein informieren. 21,8 Prozent der Ärzte geben an, Marketing werde heute von den Patienten erwartet.

Wer seine Patienten über das Internet erreichen möchte, sollte wissen, dass soziale Netzwerke mittlerweile den zentralen Aufenthaltsort der Internet-Nutzer darstellen, wobei Facebook Google überholt hat: So entfallen 16,2 Prozent der Online­Zeit auf Facebook, die diversen Google-Angebote bringen es hingegen durchschnittlich 12,3 Prozent, wie eine Erhebung ergab. Laut dieser Untersuchung nimmt die Bedeutung sozialer Netzwerke deutlich zu.

Die Stiftung Gesundheit rät (Zahn-)Ärzten, die online neue Patienten gewinnen möchten, sich bei Facebook, Google+ sowie Business­Netzwerken wie Xing und LinkedIn ein kostenloses Profil anzulegen, um dort bei einer Suche gefunden zu werden. Eine Verlinkung vom Profil zur Homepage führt dann zu neuen Besuchern.

Anders als bei Privatprofilen ist es bei Praxis-Profilen ratsam, sie so einzustellen, dass sie von Suchmaschinen gefunden werden können. Anfragen aus den Netzwerken lassen sich über eine eigens eingerichtete Mail-Adresse nach dem Muster socialmedia@praxis­xy.de bündeln.

Worauf (Zahn-)Ärzte bei ihren Webseiten achten sollten, damit sie möglichst nutzerfreundlich werden, erläuterte kürzlich Prof. Dr. Uwe Sander, Fakultät für Medien, Information und Design der Fachhochschule Hannover, in einer Mitteilung des Medizin-Management-Verbands. So wies er daraufhin, dass sehbehinderte Nutzer, die darauf angewiesen sind, sich die Website durch Screenreader vorlesen zu lassen, oft keine Alternativtexte für Bilder finden. Ein Handicap für motorisch eingeschränkte Patienten besteht zudem darin, wenn  Internetseiten nicht per Tastatur bedienbar sind.

Laut Sander ist die Information über das Leistungsspektrum einer Praxis in der Regel recht gut, ebenso sei häufig etwas über den Arzt zu erfahren. Zu kurz kommt seiner Ansicht nach oft die Darstellung der Räumlichkeiten und der Ausstattung – und das Praxisteam wird nur selten erwähnt.

Der Experte kritisiert zudem, dass zwar die Funktionsweise von Therapien und deren Vorteile in der Regel dargestellt werden, dies für die Risiken aber weniger gelte.

Doch bei allem Hype ums Internet gibt es für Zahnärzte einen guten Grund, sich besonders gut um ihre etablierten Patienten zu kümmern: Eine aktuelle Studie zeigt, dass Patienten überwiegend soziale Kontakte für die Zahnarztsuche nutzen – etwa zwei Drittel der Befragten gaben an, ihren aktuellen Zahnarzt über Verwandte, Freunde oder Bekannte gefunden zu haben. Das Internet rangierte deutlich hinter der „Strategie“ Vorbeilaufen/-fahren und sogar noch leicht hinter dem Telefonbuch/den Gelben Seiten.

Die Studie „Soziale Netzwerke und soziales Kapital bei der Zahnarztsuche“ von Bernd Wurpts ist nachzulesen unter www3.idz-koeln.de/idzpubl3.nsf/30c7ccae1fb54ce8c12573380037acd9/678e1aebb3b72eafc125791400438d5d/$FILE/IDZ_0311_web.pdf

Quellen: Stiftung Gesundheit, 30.11.2011, Stiftungsbrief 01/2012; Medizin-Management-Verband e.V. 05.03.2012; IDZ  - Informationsdienst des Instituts der Deutschen Zahnärzte

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