DGI plädiert für fundierte Fortbildung in der Implantologie

Fach mit Zukunft

FRANKFURT/MAIN (Biermann) – Das Interesse an implantatgetragenem Zahnersatz ist hoch: Die Zahl der verkauften Implantate ist von zirka 380.000 im Jahr 1999 auf inzwischen eine Million geklettert. In einer steigenden Zahl von Praxen wird die Implantattherapie angeboten. „Die Implantologie ist ein Fach mit Zukunft“, sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI), Dr. Gerhard Iglhaut, Memmingen.

Doch die modernen Methoden in der Implantologie und der Strom von Innovationen erfordern gut ausgebildete Zahnärzte. Auf diesem Gebiet setzt die DGI seit fast 20 Jahren nach eigenen Angaben die Standards. Auf dem 27. Kongress der Gesellschaft in Frankfurt/Main schlossen 92 Zahnärzte das Curriculum Implantologie mit einer Prüfung ab, das die Gesellschaft vor 15 Jahren etablierte, 27 beenden den zweijährigen berufsbegleitenden Master-Studiengang, den die DGI zusammen mit der privaten Steinbeis-Hochschule seit 2004/2005 anbietet.

„Neue Materialien und Methoden haben in den letzten Jahren zwar einfache Eingriffe einfacher gemacht, doch andererseits wachsen mit den Möglichkeiten auch die Komplexität der Behandlung und die Ansprüche von Zahnärzten und Patienten an das Therapie-Ergebnis“, sagt Iglhaut.

Denn bei vielen seit langem zahnlosen Patienten muss erst das verloren gegangene Knochengewebe wieder aufgebaut werden. Erkrankungen des Zahnhalteapparates kommen häufig hinzu und stellen mittlerweile die häufigste Ursache für Zahnverlust dar. Darum sei eine fundierte Ausbildung für den Patientenschutz wichtig. Iglhaut: „Weder die neuesten Implantatsysteme noch eine hochgerüstete technische Ausstattung der Praxis können Training und ständiges Lernen ersetzen.“

Seit 15 Jahren bietet die DGI darum eine umfangreiche gestufte Fortbildung an, die bereits an den Hochschulen beginnt. Da die Implantologie an den Universitäten nicht im erforderlichen Umfang gelehrt werden kann, kooperiert die Fachgesellschaft mit Hochschulen, damit Studierende in freiwilligen Kursen das Basiswissen vermittelt wird.

Mehr als 4600 Zahnärzte haben das Curriculum Implantologie durchlaufen, mehrere hundert besuchen jährlich die Kurse im Continuum, in dem fortgeschrittene Techniken vermittelt werden, und mehr als 300 haben den Master-Studiengang abgeschlossen.

Nicht jede Urkunde, die in einem Wartezimmer hängt, ist ein Garant dafür, dass der Inhaber sein Metier wirklich gründlich gelernt hat. Ein Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie kann darum beispielsweise viel oder wenig bedeuten. Die DGI vergibt ihn nur, wenn der Bewerber strenge Anforderungen erfüllt, andere Anbieter vergeben ihn für einen Wochenendkurs. Auf ihrer Website listet die DGI darum nicht nur ihre Mitglieder auf, sondern informiert auch darüber, welche Qualifikation diese haben und welche Anforderungen dafür erfüllt sein müssen.

Zum Patientenschutz gehört auch die Kooperation zwischen den (zahn-)medizinischen Fachdisziplinen. Viele Patienten haben Erkrankungen wie Diabetes oder Osteoporose oder werden mit Medikamenten behandelt, die bei einer Implantation berücksichtigt werden müssen. „Darum ist der Austausch zwischen den verschiedenen ärztlichen Fachdisziplinen von großer Bedeutung“, erklärt Iglhaut.

8000 Mitglieder – viele davon auch im Ausland – machen die DGI zur größten wissenschaftlichen Gesellschaft Europas auf ihrem Gebiet. „Dies versetzt uns in die Lage, durch die Zusammenarbeit von Forschern und Praktikern, den Austausch mit anderen Disziplinen und unsere internationale Vernetzung Wissen zu schaffen und Expertise verfügbar zu machen, wovon unsere Mitglieder und vor allem auch die Patienten profitieren“, betont Iglhaut.

@-Implantologie: Die modernen digitalen Möglichkeiten eröffnen neue Perspektiven für die Fortbildung und den Austausch. Mit ihrer japanischen Schwestergesellschaft plant die DGI derzeit ein internationales Fachjournal, das als open access angelegt ist, also frei zugänglich für alle Interessierten im Internet verfügbar sein wird.

In der Fortbildung wird die digitale Zukunft ebenfalls einziehen. Iglhaut: „Wir setzen auf E-Learning, das unseren Mitgliedern neue Möglichkeiten des selbstbestimmten Lernens eröffnet und den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern unterstützt.“

Informationen zum Studiengang: http://www.steinbeis-hochschule.de/organisation/schools/dental-and-oral-medicine-alliance.html

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich e. V., 29.11.2013



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