Zahnärztliche Existenzgründung im Jahr 2011


Rund jeder zweite übernimmt eine Einzelpraxis

KÖLN (Biermann) – Wie investieren Zahnärzte bei der Niederlassung? Dieser Frage widmet sich seit 1984 das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ), Köln, gemeinsam mit der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Düsseldorf).

Als zentrale Ergebnisse für das Jahr 2011 kristallisierten sich folgende Ergebnisse heraus: Die häufigste Form der zahnärztlichen Existenzgründung war die Übernahme einer Einzelpraxis. So entschieden sich sowohl in den alten als auch in den neuen Bundesländern jeweils 52 Prozent der Zahnärzte für diesen Weg in die Selbstständigkeit.

In den alten Bundesländern entschieden sich je ein Viertel der Existenzgründer für Großstädte oder eine Praxis auf dem Land. Zwanzig Prozent wählten eine mittelgroße Stadt und 30 Prozent eine Kleinstadt. In den neuen Bundesländern ließen sich 42 Prozent in einer Mittelstadt nieder, 26 bzw. 27 Prozent gingen in eine Kleinstadt oder aufs Land und fünf Prozent gründeten ihre Existenz in einer Großstadt.

Wie das IDZ weiter ausführt, hätten 34 Prozent der zahnärztlichen Existenzgründer die Berufsausübungsgemeinschaft (Gemeinschaftspraxis) gewählt. Allerdings war diese Form der Existenzgründung bei den jüngeren Zahnärztinnen und Zahnärzten in den alten Bundesländern (bis 30 Jahre) deutlich beliebter: Hier lag der Anteil der Berufsausübungsgemeinschaft nach Angaben des IDZ sogar bei 49 Prozent. Aber auch die Praxislage spielte eine Rolle: Der Anteil der Berufsausübungsgemeinschaften schwankte zwischen 30 Prozent im ländlichen Umfeld und 39 Prozent in mittelstädtischen Gebieten.

In den alten Bundesländern war der Anteil der Männer unter den Existenzgründern mit 58 Prozent gegenüber den 42 Prozent Frauen etwas höher. In den neuen Bundesländern ging hingegen jeweils genau 50 Prozent der Existenzgründungen auf das Konto von Männern bzw. Frauen.

Das IDZ berichtet ferner, dass das Finanzierungsvolumen für die Neugründung einer westdeutschen Einzelpraxis 429.000 Euro betragen und damit etwa sieben Prozent über dem Vorjahreswert gelegen habe. Damit ist nach Angaben der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) ein neuer Höchstwert erreicht.

Die Auswertung der Daten ergab ferner, dass das Finanzierungsvolumen einer Einzelpraxisübernahme in den alten Bundesländern im Jahr 2011 um drei Prozent auf 299.000 Euro sank.

Laut IDZ verbergen sich hinter diesem Rückgang zwei gegenläufige Entwicklungen: Während der ideelle Wert deutlich um 41.000 Euro auf 107.000 Euro angestiegen sei, sei der für den Substanzwert aufgewendete Betrag merklich um 37.000 Euro auf 50.000 Euro gefallen.

Zur Definition dieser Begriffe heißt es in der Studie, dass der Substanzwert einer Praxis – auch materieller Wert genannt – sich aus der Addition der Einzelwerte der übernommenen Geräte und Ausstattung ergebe. Der vom übernehmenden Zahnarzt an den Praxisinhaber zu zahlende ideelle Wert („Goodwill“) sei der Betrag, um den der tatsächlich zu zahlende Kaufpreis den Substanzwert übersteige.

Zahnärzte in den neuen Bundesländern mussten hingegen für eine Übernahme 198.000 Euro investieren – und damit sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

Die gesamte, 28-seitige Studie ist im Internet abrufbar unter http://www3.idz-koeln.de/idzpubl3.nsf/7e45a819c635ced4c125733700365704/5b82adec31ae7649c1257ad10056a97c/$FILE/IDZ_0412_WEB.pdf

Quelle: Jahresübersicht der IDZ-Informationen 2012, IDZ Februar 2013; KZB, 14.01.2013



© MedCon Health Contens AG

Ihr Direktservice

Login

Warenkorb0

enthält keine Produkte


Direktbestellung

Call Back

Rückrufgrund
 
 
 
 
 

Katalog anfordern

Katalog wählen



Zuletzt angesehen

bisher keine Produkte angesehen