Praxisverkauf: IDZ-Studie unterstreicht Stellenwert des Sozialkapitals

Modifiziertes Ertragswertverfahren sollte um entsprechende Aspekte erweitert werden

KÖLN (Biermann) – Welche Rolle kommt dem Sozialkapital bei der Kaufpreisfindung für eine Zahnarztpraxis zu? Dieser Frage gingen Dr. David Klingenberger, stellvertretender wissenschaftlicher Leiter des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ), und Co-Autor Prof. Thomas Sander von der Medizinischen Hochschule Hannover in einer aktuellen Studie nach.  

Der Hintergrund: Seit dem Jahr 2007 ist die Anzahl der Zahnärzte in freier Praxis rückläufig, während die Zahl der angestellten Zahnärzte im Gegenzug spürbar zugenommen hat. Die Veräußerung einer Zahnarztpraxis ist unter diesen Rahmenbedingungen deutlich erschwert. Dies wirkt sich insbesondere auf den ideellen Wert der Zahnarztpraxen aus.

Der empirisch recht enge Zusammenhang zwischen ideellem Wert und der Entwicklung des durchschnittlichen Einnahmenüberschusses von Zahnarztpraxen ist in den vergangenen Jahren sukzessive zurückgegangen. Dies ist ein Hinweis darauf, dass es neben den harten betriebswirtschaftlichen Erfolgsgrößen noch andere Faktoren gibt, welche die Höhe des ideellen Wertes beeinflussen.

Der ideelle Wert einer Zahnarztpraxis wird im Wesentlichen durch die persönlichen Beziehungen und das langjährige Betreuungsverhältnis zwischen Zahnarzt und Patient sowie durch die soziale Praxislage und -organisation beeinflusst. Daher fordern die gängigen Verfahren zu Recht, dass bei der Praxisbewertung immer auch die Stellung der Zahnarztpraxis als Organisationseinheit und als Teil einer gewachsenen Infrastruktur in der betreffenden Region einbezogen werden sollte. Die Wirkungen der Einbettung der Praxis in eine soziale Beziehungsstruktur werden in dem Begriff des „Sozialkapitals“ zusammengefasst.

Vor diesem forschungspolitischen Hintergrund hatte die vorliegende explorative Untersuchung zum Ziel, einen kritischen Abgleich der in der Praxis relevanten Faktoren bei der Kaufpreisfindung mit den in den gängigen Praxisbewertungsverfahren theoretisch begründeten Kriterien zu bieten. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die praktische Relevanz von Sozialkapitalaspekten gerichtet.

In ihrem Fazit kommen die Autoren zu dem Schluss, dass ohne Kenntnis des Sozialkapitals die zukünftigen Erträge einer Zahnarztpraxis nicht verlässlich prognostizierbar sind. Daher sollten die gängigen Praxisbewertungsverfahren ihrer Ansicht nach im Hinblick auf diese Größe ausdifferenziert werden.

Klingenberger, D., Sander, T. Stellenwert des Sozialkapitals in Praxisbewertungsverfahren – Eine kritische Reflexion theoretischer Ansätze anhand empirischer Fallrekonstruktionen. Jetzt die Studie herunterladen.

Quelle: IDZ, 05/2014; zm, 16.2014



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