Special Care Dentistry für behinderte Menschen

Aus-, Weiter- und Fortbildung besonders wichtig

BERLIN (Biermann) – Anfang Oktober tagte in Berlin der 22. Weltkongress der Internationalen Vereinigung zur Verbesserung der Mundgesundheit von Menschen mit Behinderung/International Association for Disability and Oral Health (iADH).

Der Kongress unter Schirmherrschaft der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), ausgerichtet von der Arbeitsgemeinschaft „Zahnärztliche Behindertenbehandlung” des Berufsverbands Deutscher Oralchirurgen (BDO) fand unter großer internationaler Beteiligung statt. Unter dem Titel „Medicine meets Disability“ diskutierten knapp 800 Kongressteilnehmer, wie sich die Mundgesundheit von Menschen mit Behinderung verbessern lässt.

Die zahnmedizinische Behandlung dieser Patientengruppe bedürfe oft der Zusammenarbeit mit anderen Medizinern. Deshalb sei die Aus-, Weiter- und Fortbildung auf dem Gebiet „Zahnmedizin für Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ (Special Care Dentistry) sehr wichtig, betonte iADH-Präsident Prof. Dimitris Emmanouil auf der Eröffnungsfeier.

BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel verwies in seinem Statement auf das gemeinsam von Bundeszahnärztekammer, Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung und der Wissenschaft entwickelte Konzept „Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter“, das schon zu einer besseren Versorgung von Menschen mit Behinderung geführt habe, wenngleich es immer noch Defizite gebe.

Wie genau sich eine solche Versorgung organisieren lässt, zeigt der Landesteil Westfalen-Lippe: Dort wurden 16 Behandlungszentren geschaffen, entwickelt und finanziell unterstützt, in denen behinderte Patienten ortsnah – auch unter Narkose – in allen Bereichen der Zahnmedizin versorgt und nachgehend betreut werden können.

Schon 1971 wurde unter dem Patronat der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (ZÄKWL) die gemeinnützige Konrad-Morgenroth-Fördergesellschaft e.V. gegründet. Ihr Ziel: die zahnärztliche Versorgung spastisch gelähmter und geistig behinderter Menschen zu organisieren, fachlich zu verbessern sowie wissenschaftlich zu fördern und im ethischen Bewusstsein der Kollegenschaft zu verankern.  Auf diese Weise soll das Lebenswerk von Prof. Konrad Morgenroth, Hattingen, gewürdigt und weiterentwickelt werden.

Darüber hinaus unterstützt die Gesellschaft Forschungsarbeiten zur Früherkennung bösartiger Erkrankungen im Mund- und Kieferbereich und zur Rehabilitation von Patienten mit Lippen-, Kiefer -, und Gaumenspalten.

An der Universität Witten/Herdecke ist übrigens Ende letzten Jahres der bundesweit erste Lehrstuhl für behindertenorientierte Zahnmedizin geschaffen worden. Bereits im Jahr 1999 wurde Prof. Dr. Peter Cichon zum bundesweit ersten Professor für die Behandlung von Menschen mit Behinderungen ernannt. Im gleichen Jahr verfasst er das einzige Lehrbuch zu diesem Thema. An der Ambulanz für Spezielle Zahnärztliche Betreuung der Wittener Zahnklinik werden seit 1987 Menschen mit Behinderungen behandelt.

Weitere Informationen zum Weltkongress finden Sie unter www.iadh2014.com.

Weitere Informationen zur Konrad-Morgenroth-Fördergesellschaft e.V. unter http://www.kmfg.de/

Das Reformkonzept zur besseren zahnärztlichen Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen finden Sie hier.


Das Video mit Prof. Peter Cichon zu behindertenorientierter Zahnmedizin können Sie sich hier anschauen.

Quellen: ZÄKWL, Konrad-Morgenroth-Fördergesellschaft, Universität Witten/Herdecke



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