Existenzgründung Zahnärzte 2015 vorgestellt

Große Unterschiede bei Übernahmepreisen

DÜSSELDORF (Biermann) – Der Durchschnittspreis, den ein niederlassungswilliger Zahnarzt in Deutschland im Jahr 2015 für die Übernahme einer Praxis zahlen musste, lag bei 172.000 Euro – wobei allerdings die Diskrepanz zwischen den niedrigsten und den höchsten Kaufpreisen sehr hoch war. Die aktuelle „Existenzgründungsanalyse Zahnärzte“, die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) gemeinsam mit dem Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) jährlich durchführt, zeigt erstmalig die große Bandbreite der Übernahmepreise.

Für das Jahr 2015 haben apoBank und IDZ die Höhe der Kaufpreise für Zahnarztpraxen detaillierter ausgewertet: So zahlten etwa 14 Prozent der Zahnärzte, die eine Praxis als Einzelpraxis übernahmen, 50.000 Euro oder weniger, während rund acht Prozent der Existenzgründer mehr als 350.000 Euro ausgaben. Die meisten zahnärztlichen Existenzgründer (41 Prozent), die sich 2015 in einer Einzelpraxis niederließen, entrichteten einen Kaufpreis zwischen 51.000 Euro und 150.000 Euro.

„Die Differenzierung nach Umsatzgrößen zeigt deutlich, dass der ermittelte Durchschnittswert von 172.000 Euro nur bedingt aussagekräftig ist, knapp zwei Drittel der Existenzgründer zahlen weniger“, sagt Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik der apoBank. Die Analyse betrachte den Übernahmepreis im Detail: Er setzt sich zusammen aus dem materiellen Wert und dem ideellen Wert, der unter anderem die aktuelle wirtschaftliche Situation und das zukünftige Potential der Praxis berücksichtigt.

Weitere Ergebnisse zeigen, dass die Existenzgründer bei der Übernahme als Einzelpraxis an den Praxisabgeber einen Kaufpreis zahlten, der im Schnitt knapp zwei Drittel der gesamten Praxisinvestitionen ausmacht. Hinzu kommen meist noch weitere Ausgaben, beispielsweise für Modernisierung, Umbaumaßnahmen oder neue Medizintechnik. Insgesamt beliefen sich 2015 die durchschnittlichen Praxisinvestitionen für diese Gründungsform auf 273.000 Euro.

Die mit Abstand höchsten Investitionen entfielen mit 421.000 Euro auf die Neugründung einer Einzelpraxis, während die geringsten Investitionen bei der gemeinschaftlichen Übernahme einer Praxis, um hieraus eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) zu gründen beziehungsweise diese fortzuführen, anfielen: Sie lagen je Inhaber im Schnitt bei 250.000 Euro (157.000 Euro Übernahmepreis und 93.000 Euro für weitere Investitionen).

Die meisten Existenzgründer (65%) entschieden sich 2015 für die Übernahme einer bestehenden Praxis, um sich als Einzelpraxis niederzulassen. Sieben Prozent gründeten allein eine neue Praxis, während die restlichen 28 Prozent eine Kooperation in Form einer BAG wählten.

Eine Auswertung des Existenzgründungsverhaltens nach Alter zeigt, dass die Übernahme als Einzelpraxis in allen Altersgruppen die am meisten verbreitete Form der Niederlassung ist. Die Zahlen zeigen allerdings auch, dass die jüngeren Existenzgründer (bis 30 Jahre) eine Einzelpraxisneugründung in der Regel kaum in Erwägung ziehen. Anders bei Kooperation: 2015 bevorzugten 39 Prozent der Zahnärzte in dieser Altersgruppe die BAG, während bei den über Vierzigjährigen nur 22 Prozent diese Niederlassungsform wählten.

Das Durchschnittsalter der Zahnärzte bei der Existenzgründung 2015 betrug 35,7 Jahre. Dabei ließen sich Frauen im Schnitt mit 36,3 Jahren gut ein Jahr später nieder als Männer (35,1 Jahre). Zwei Drittel der Gründer waren zwischen 31 und 40 Jahre alt.

Der Anteil der Zahnärztinnen unter den Existenzgründern blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 48 Prozent. Männliche Existenzgründer zahlen höhere Kaufpreise als weibliche. Der Unterschied bei den Übernahmepreisen lag 2015 durchschnittlich bei 60.000 Euro.

Quelle: Deutsche Apotheker- und Ärztebank, 07.11.2016



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