Gesunde Zähne trotz Alter und Behinderung?

Patientengruppen mit hohem Bedarf

WITTEN/HERDECKE (Biermann) – Eine Auszeichnung und ein neues Faltblatt lenken den Blick auf die Patientengruppen, an deren zahnmedizinischer Versorgung noch viel verbessert werden kann: Bei alten, pflegebedürftigen und behinderten Menschen liegt so einiges im Argen.

So wurde der Lehrstuhl Behindertenorientierte Zahnmedizin der Uni Witten/Herdecke kürzlich mit dem NRW-Gesundheitspreis ausgezeichnet. „Das Projekt ,Behindertenorientierte Zahnmedizin‘ zeigt beispielhaft, wie eine inklusive Gesundheitsversorgung gelingen kann – von der Ausbildung der Ärztinnen und Ärzte bis zur Praxis im medizinischen Alltag. Unter anderem werden für die Behandlung direkt in den Wohneinrichtungen behinderter Menschen Konzepte entwickelt, die bundesweit zur Verbesserung der Versorgung beitragen können“, sagte Ministerin Barbara Steffens anlässlich der Bekanntgabe der Preisträger in Düsseldorf.

Die Universität Witten/Herdecke will behinderten Menschen eine Anlaufstelle bieten. „Für viele Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen ist die Zahnklinik in Witten so etwas wie eine letzte Rettung bei Zahnproblemen“, sagte der Leiter des Departments Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Prof. Dr. Stefan Zimmer.

„Bei Menschen mit schwerer Mehrfachbehinderung muss oft unter Vollnarkose behandelt werden, was einen erhöhten Aufwand bedeutet. Die Vergütung der Behandlungskosten berücksichtigt diesen Mehraufwand nicht“, so Zimmer weiter. „Es gibt noch viel zu tun, zum Beispiel in der Aus- und Fortbildung, damit mehr niedergelassene Zahnärzte diese zusätzlichen Anstrengungen auf sich nehmen.“

Ausbildung, Forschung sowie Versorgungskonzepte gehören zum Profil des bundesweit einzigen Lehrstuhls, auf den Prof. Dr. Andreas Schulte berufen wurde. Schulte empfindet den Preis als Ermunterung für seine Arbeit, machte zugleich aber auch deutlich, dass die Nachfrage schon jetzt an Grenzen stoße, was die Behandler an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) leisten können.

„Das Angebot der UW/H für Menschen mit Behinderung sollte Schule machen und dazu beitragen, dass mehr Zahnärzte Menschen mit Behinderung in ihren Praxen versorgen und dabei den Schwerpunkt verstärkt auf die Prävention legen. Dies bedeutet aber auch, nicht nur die Patienten mit geistiger Behinderung, sondern auch ihre Betreuer vor Ort mit ins Boot zu holen.“

Glücklicherweise gibt es immer mehr Ansätze, um die Versorgung im Alter, bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung zu verbessern. So können deutsche Zahnarztpraxen jetzt für ihre Patienten bzw. deren Angehörige ein neues Faltblatt bestellen oder herunterladen, das über die neuen zahnärztlichen Versorgungsangebote in den eigenen vier Wänden zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) informiert. Darüber hinaus führt es Kontaktmöglichkeiten auf, unter denen weitere Informationen zu dem Thema abgerufen werden können.

Herausgeber sind die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), die Bundeszahnärztekammer (BZÄK), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. (BAGFW) und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa).

Laut Pressemitteilung zum neuen Faltblatt ist die Zahl der Besuche in der aufsuchenden Betreuung  im Jahr 2013 verglichen mit dem Vorjahr um etwa 76.000 auf 726.000 angestiegen. Mehr als 70 Prozent davon seien auf zahnärztliche Besuche bei Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung entfallen.

Das Faltblatt „Vorsorge ist unser Anliegen - Zahnärztliche Betreuung zu Hause für Ältere, Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung“ steht ab sofort auf den Websites von KZBV, BZÄK, BAGFW und bpa zum kostenlosen Download bereit: www.kzbv.de , www.bzaek.de , www.bagfw.de , www.bpa.de . Zahnarztpraxen können zudem über die Website der KZBV kostenlose Exemplare für die Auslage im Wartezimmer bestellen.

Quellen: Universität Witten/Herdecke, 27.10.2015; Gemeinsame Mitteilung von KZBV,  BZÄK, BAGFW und bpa,  04.01.2016



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