Mundgesundheit in Deutschland: Mehr als jeder vierte Bürger geht nicht zum Zahnarzt

Bei der Zahnpflege sind elektrische und App-gesteuerte Zahnbürsten im Aufwind

Berlin (Biermann) – Ist es die Angst vor der Behandlung oder eher vor den damit verbundenen Kosten? Laut Analysen der BARMER haben mehr als 28 Prozent der gesetzlich Versicherten im Jahr 2015 keinen Zahnarzt aufgesucht. Dies teilte die Krankenversicherung anlässlich des Tages der Zahngesundheit am 25. September mit.

Im regionalen Vergleich gehen vor allem die Saarländer nicht zum Zahnarzt. Hier nahmen im Jahr 2015 nur 65,1 Prozent einen Zahnarzttermin wahr. Ähnlich sah es in Bremen (67,5%), Hamburg (68,3%) und Rheinland-Pfalz (68,6%) aus. Die Thüringer nehmen hingegen die Spitzenposition ein. Hier waren es 77,9 Prozent, die zum Zahnarzt gegangen sind, gefolgt von den Bürgern aus Sachsen (77,7%), Sachsen-Anhalt (76,4%), Brandenburg (76,1%) und Mecklenburg-Vorpommern (75,4%).

Die Zahlen belegen, wie wichtig mehr Aufklärung zur Mundgesundheit und ihrer Verbindung auch zum „restlichen“ Körper ist. Dabei scheinen die Deutschen in Sachen Zahnpflege zuzulegen – darauf deuten zumindest Zahlen des Marktforschungsunternehmens Nielsen hin.

Demnach greifen deutsche Verbraucher mehr und mehr zu elektrischen Zahnbürsten. Diese gehören – neben den Bleaching-Produkten – zu den zwei Kategorien im Bereich der Mundhygiene, die im Vorjahresvergleich ein zweistelliges Umsatzwachstum erreichen konnten. Derzeit wachse das Segment der Mundhygiene im Gesamtmarkt* um 15,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was einem Umsatzplus von 33 Millionen Euro für das Segment entspreche, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Die im Vergleich zu anderen Health and Beauty Produkten starke Entwicklung werde über alle Subkategorien (Handgeräte, Wechselköpfe, Vibrations-Zahnbürsten) hinweg generiert. „Hierbei ist vor allem in den Drogeriemärkten und den Discountern ein deutlich überproportionales Umsatzwachstum zu verzeichnen“, erklärt Ingo Neumann, verantwortlicher Bereichsleiter für Health, Beauty and Homecare bei Nielsen in Deutschland.

Bei den Discountern sorgten zum einen zusätzliche Listungen von Markenartikeln für Wachstum. Zum anderen stiegen auch vermehrt die Handelsmarken mit Aktionen für akkubetriebene Schallzahnbürsten mit ein. Die positive Entwicklung bei den Handgeräten führt ebenfalls zu einem steigenden Trend bei den Wechselköpfen (+7,1%).

Auch im Online-Handel gehören Handgeräte und Wechselbürsten zu den bevorzugten Mundpflege-Kategorien. In einer für die Internetnutzer in Deutschland repräsentativen Nielsen-Befragung aus dem Februar 2017 gaben 30 Prozent an, in der Vergangenheit bereits eine elektrische Zahnbürste online gekauft zu haben. 26 Prozent hatten auch bereits Wechselköpfe online bestellt. Andere Kategorien, wie z.B. manuelle Zahnbürsten oder Interdental-Produkte, waren hingegen online deutlich weniger gefragt.

Das App-gesteuerte Zähneputzen ist offenbar stark im Kommen: Speziell die großen Hersteller gehen mit Innovationen, wie z.B. „smart & connected“ Elektrozahnbürsten, auf den Markt. Diese sind an eine App im Smartphone gekoppelt und sollen den Verwender mit verschiedenen Funktionen unterstützen (z.B. Andruck-Kontrolle, Positionserkennung, Timer). Auch Hybrid-Zahnbürsten (Handzahnbürsten mit vibrierendem Kopf) steigen derzeit stark in der Gunst des Konsumenten.

Interdental-Produkte stellen eine weitere zentrale Wachstumskategorie innerhalb der Mundpflege dar. Der Umsatz in der Gesamtkategorie** wächst gegenüber der Vorperiode um 9,5 Prozent. Der Umsatzzuwachs wird insbesondere von Interdentalbürsten getrieben (+14,5%), wobei speziell die Handelsmarken in der Gesamtkategorie stark überproportional zulegen (+25,1%). Aber auch die Markenhersteller tragen mit neuen Innovationen (wie z.B. Reinigungslamellen aus Silikon und Polyamid) ihren Teil dazu bei. Zahnseiden seien mit einem Plus von 6,9 Prozent bei den Verbrauchern ebenfalls immer beliebter, so das Marktforschungsunternehmen.

*Gesamtmarkt: Lebensmitteleinzelhandel + Drogeriemärkte + Cash&Carry + Apotheken

** Floss, Stick, Tongue Cleaner und Interdental

Quelle: BARMER, 21.09.2017; Nielsen, 20.04.2017



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