Verbesserung der Mundgesundheit pflegebedürftiger Menschen im Fokus

Innovationsfonds fördert Projekt „MundPflege“

BERLIN (Biermann) – Die Mundgesundheit pflegebedürftiger Menschen lässt oft zu wünschen übrig. Deshalb hat der BKK Dachverband gemeinsam mit der Universität Bremen das Projekt „MundPflege“ ins Leben gerufen. Alle Projektbeteiligten brächten damit eine neue Versorgungsform für Pflegebedürftige voran, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung des BKK Dachverbandes, der Universität Bremen, der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) im Lande Bremen und der KZV Niedersachsen.

Dabei werden auf Basis fachlich und wissenschaftlich gut begründeter Projektergebnisse Empfehlungen erarbeitet, wie künftig ein Standard für alle Pflegebedürftigen umzusetzen ist. Das Projekt überzeugte: Es wird durch den Innovationsfonds gefördert.

2,9 Millionen pflegebedürftige Menschen gab es in Deutschland zum Ende des Jahres 2015 – Tendenz steigend. Sie brauchen Hilfe bei regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens, dazu gehören auch die Mund- und Prothesenpflege. Die Anforderungen an effiziente und zeitgemäße Maßnahmen für eine gute Mundgesundheit für Pflegebedürftige steigen stetig. Deshalb engagieren sich die Projektbeteiligten für eine nachhaltige Verbesserung der Mundgesundheit pflegebedürftiger Menschen.

Das Projekt wird in Konsortialführerschaft durch das SOCIUM der Universität Bremen durchgeführt. Sieben beteiligte Betriebskrankenkassen wenden sich proaktiv an Pflegebedürftige, die zu Hause gepflegt werden und informieren sie und ihre Pflegepersonen, was zu den neuen Versorgungsleistungen gehört: Ein Erstbefund unter Einbeziehung der Pflegepersonen sowie die Erbringung von Prophylaxe-Leistungen mit anschließender bedarfsgerecht individualisierter Schulung durch fortgebildete zahnmedizinische Fachangestellte – jeweils in häuslicher Umgebung der Pflegebedürftigen.

Die spezielle Fortbildung im Bereich der geriatrischen Zahnmedizin wird mit der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin entwickelt und in Kooperation mit den KZVen in Bremen und Niedersachsen aufbereitet und umgesetzt. Die Effekte dieser neuen organisierten Versorgungsform werden durch eine zweiarmige randomisierte Kontrollstudie von der Universität Oldenburg evaluiert.

Ergänzend hierzu erfolgt unter Mitarbeit des Kompetenzzentrums für Klinische Studien Bremen eine Analyse von BKK-Routinedaten. Das Projekt „MundPflege“ startet im Sommer 2017 mit einer Laufzeit von 3 Jahren. Ist das Projekt erfolgreich, soll es in die Regelversorgung übergehen. Die dann bereits erprobten und evaluierten Leistungen wären somit grundsätzlich offen für alle gesetzlichen Kassen und deren Versicherte.

Kooperationspartner des Projekts sind die KZVen in Bremen und Niedersachsen, die Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin e.V. (DGAZ), der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) sowie die LAG der freien Wohlfahrtspflege Bremen und Niedersachsen.

Aus der BKK Familie beteiligen sich: atlas BKK ahlmann, BAHN-BKK, BKK Deutsche Bank AG, energie-BKK, Novitas BKK, pronova BKK, Siemens Betriebskrankenkasse (SBK).

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des BKK Dachverbandes, der Universität Bremen, der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) im Lande Bremen und der KZV Niedersachsen



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