Die goldene Mitte bei der Abrasivität


Freiburger Forscher optimieren Prophylaxepasten

FREIBURG (MedCon) – Dank einer neuen Messmethode helfen Forscher aus Freiburg den Herstellern von Prophylaxepasten, bei der Abrasivität die goldene Mitte zu finden: Die Pasten sollen bekanntlich gerade so stark schleifen, dass sie oberflächliche Verfärbungen und Zahnstein entfernen, Zahnschmelz hingegen möglichst nicht abtragen.

Bislang habe es an realitätsnahen, objektiven Messmethoden gefehlt, um die Abnutzung der Zähne durch das Kauen und die Wirkung der Pasten zu beurteilen, teilte die Fraunhofer-Gesellschaft Anfang Juli mit.

Ein führender Zahnpflegemittelhersteller habe sich für die Entwicklung neuer Prophylaxepasten an das Freiburger Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM gewandt, das unter anderem darauf spezialisiert ist, die Rauigkeit von Oberflächen zu analysieren und zu visualisieren.

Derzeit wird die Wirkung einer Prophylaxepaste daran gemessen, wie gut die in ihr enthaltenen Schleifkörnchen eine raue Oberfläche glätten können. Dazu werden Zahnschmelz oder auch Zahnersatzstoffe wie Keramik und Titan zunächst mit einem aggressiven Schleifmittel bis zu einem exakt definierten Wert aufgeraut.

Doch dieser Wert, so unterstreicht die Fraunhofer-Gesellschaft, bilde die Realität kaum ab, denn verschiedene Materialien nutzten sich beim Kauen unterschiedlich stark ab. Die von den IWM-Forschern neu entwickelte Messmethode – eine Art Kausimulation – berücksichtige diesen Zusammenhang.

Die die Experten um Dr. Raimund Jaeger, Leiter der Abteilung Biomedizinische Materialien und Implantate, beim Vergleich von Pasten und anschließenden Oberflächenanalysen festgestellt hätten, polierten manche Pasten die Oberfläche zwar, trügen aber das Zahnmaterial unnötig stark ab, sodass auf der Zahnoberfläche leichte Riefen entstünden. Die optimale Paste poliere hingegen gerade so, dass nur die Rauigkeiten verschwinden, der Zahnschmelz aber ansonsten wenig geschliffen wird.

"Natürlich kommt es stets auf den Einzelfall an", sagt Jaeger. "Bei besonders stark befallenen oder verfärbten Zähnen benötigt man abrasivere Pasten." Im Normalfall reiche aber bereits eine sanftere Prophylaxepaste. Dank der IWM-Forscher habe der Hersteller nun die Rezeptur optimal einstellen können, fügt die Gesellschaft hinzu.

Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft, 01.07.2008

Ihr Direktservice

Login

Warenkorb0

enthält keine Produkte


Direktbestellung

Call Back

Rückrufgrund
 
 
 
 
 

Katalog anfordern

Katalog wählen



Zuletzt angesehen

bisher keine Produkte angesehen