Medizinische Herausforderung:


Sepsis wird nach wie vor unterschätzt

MAINZ (MedCon) – Die Sepsis-Sterblichkeit wird weiter unterschätzt: In Deutschland sterben jährlich 40.000 bis 57.000 Menschen durch eine Sepsis oder einen septischen Schock.

Auch wenn eine Sepsis vor allem durch Erreger aus Bauchhöhle, Urogenitaltrakt, Gehirn oder Lunge ausgelöst werde – auch die Mundhöhle kann aufgrund ihrer Keimdichte- und Vielfalt eine Quelle für eine Erregerinvasion sein. Darauf weist PD Dr. Dr. M. Daubländer von der Klinik und Poliklinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten, Mainz, in "zm" hin. Betroffen sind vor allem Patienten mit inkompetentem Immunsystem.

Ein akuter lokaler infektiöser Prozess im Mund- , Kiefer- und Gesichtsbereich (Infiltrat, Abszess, Phlegmone) oder eine primäre Organstreuung können eine Erregerinvasion auslösen. Dies ist z.B. eine fortgeleitete Infektion nach intrazerebral oder als Folge einer Bakteriämie mit sekundärer Organmanifestation, wie Endokarditis oder Glomerulonephritis. Eine Bakteriämie ist letztlich nicht vermeidbar (Ernährung, Mundhygiene), deshalb nimmt die Infektionsprophylaxe eine zentrale Rolle ein.

Sehr sorgfältig muss beim Nachweis typischer Mundhöhlenkeime in der Blutkultur eine Fokussuche im orofazialen System durchgeführt werden. Unter antibiotischem Schutz erfolgt dann – in Absprache mit den behandelnden Intensivmedizinern – die Sanierung. Die konsequente Behandlung bestehender akuter oder chronischer dentogener Infektionen sollte in ausreichendem Abstand vor der Suppression des Immunsystems erfolgen.

Quelle: Zm 97, Nr. 23, 12/2007, S. 58-61.

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