Frühere Parodontitis steht mit zerebrovaskulären Erkrankungen in Zusammenhang


Mehrere Mechanismen könnten den Zusammenhang bedingen

Eine Parodontitis in der Anmnese - nicht jedoch eine aktuelle Entzündung des Parodonts - steht in deutlichem Zusammenhang mit zerebrovaskulären Erkrankungen, wie Schlaganfall oder transiente ischämische Attacke (TIA). Dieser Zusammenhang scheint vor allem bei Männern unter 65 Jahren besonders ausgeprägt zu sein. Dies geht aus einem aktuellen Beitrag in den Annals of Neurology hervor.

Die Studie wurde von Thomas Dietrich von der University of Birmingham School of Dentistry und Elizabeth Krall von der Boston VA und der Boston University School of Dental Medicine geleitet.

Die beteiligten Wissenschaftler werteten die Daten von 1137 Männern aus, die seit den 1960er Jahren an der VA Normative Aging and Dental Longitudinal Study teilgenommen hatten. Ein erfahrener Parodontologe hatte die Teilnehmer alle drei Jahre untersucht, eine Röntgenaufnahme des gesamten Mundes angefertigt und an jedem Zahn eine parodontale Sondierung vorgenommen.

Wie die Auswertung ergab, traten in 27.506 Personenjahren 80 Fälle einer zerebrovaskulären Erkrankung auf. Ein parodontaler Knochenverlust war signifikant mit einer erhöhten Hazard Ratio für zerebrovaskuläre Erkrankungen verbunden [Hazard Ratio (HR) 3,52; 95%-Konfidenzintervall (KI) 1,59-7,81 beim Vergleich der Kategorien mit dem stärksten und dem schwächsten Knochenverlust, p < 0,001).

Bei Männern unter 65 Jahren war dieser Effekt stärker (HR 5,81; 95%-KI 1,63-20,7) als bei Männern über 65 (HR 2, 39; 95%-KI 0,91-6,25). Die parodontale Sondierungstiefe war weder in der kombinierten noch in der altersklassifizierten Analyse mit einer signifikanten Erhöhung der Rate zerebrovaskulärer Erkrankungen assoziiert.

Diesem Zusammenhang könnten nach Ansicht der Autoren verschiedene Mechanismen zugrunde liegen. So könnten die parodontale Infektion und die inflammatorische Response direkt oder indirekt wirken. Bestimmte Menschen könnten auch eine verstärkte proinflammatorische Suszeptibilität besitzen, die sowohl zu zerebrovaskulären als auch zu parodontalen Erkrankungen führen könnte, mutmaßen die Wissenschaftler.

Letztere würde auch durch die stärkere Assoziation bei jungen Männern gestützt, die in dieser und anderen Studien aufgedeckt worden war, und die durch parodontale Zerstörungen in einem jungen Alter reflektiert würden.

Sollte die Parodontitis zu zerebrovaskulären Erkrankungen beitragen, wäre sie – angesichts ihrer relativ hohen Prävalenz und der Stärke des beobachteten Zusammenhangs – ein bedeutender Risikofaktor, schreiben die Autoren. Es könnte aber auch sein, dass Personen mit Parodontitis im Allgemeinen weniger auf ihre Gesundheit achten.

"Wir brauchen große epidemiologische Studien mit molekularen und genetischen Ansätzen in verschiedenen Populationen, um die Stärke des Zusammenhangs zwischen Parodontitis und zerebrovaskulären Erkrankungen bestimmen und seine biologische Basis beleuchten zu können", schlussfolgern die Wissenschaftler.

Quelle: Annals of Neurology, Onlineveröffentlichung vom 28.5.2009

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