Keine kraniomandibuläre Dysfunktion und Bruxismus durch kieferorthopädische Therapie


Parafunktionelle Aktivitäten werden offenbar reduziert

LEIPZIG (MedCon) - Die kieferorthopädische Therapie bei Kindern und Jugendlichen erhöht nicht das Risiko für kraniomandibuläre Dysfunktionen (CMD) oder Parafunktionen wie Bruxismus. Dies geht aus einer Studie hervor, die im Journal of Orofacial Orthopedics erschienen ist.

Christian Hirsch vom Institut für pädiatrische und präventive Zahnheilkunde der Universität Leipzig hatte dafür 1011 zufällig ausgewählte Kinder und Jugendliche aus der Allgemeinbevölkerung im Alter von zehn bis 18 Jahren auf das Vorkommen von CMD nach dem Helkimo-Index sowie den Research Diagnostic Criteria for Temporomandibular Disorders (RDC/TMD) untersucht.

Außerdem erfragte bzw. erfasste der Wissenschaftler anhand von Schliff-Facetten an den Frontzähnen nach der Methode von Egermark-Eriksson parafunktionelle Aktivitäten (Bruxismus). Zusätzlich befragte Hirsch die Probanden nach einer gegenwärtigen kieferorthopädischen Behandlung.

Dabei gaben fast 30 Prozent (n = 296) der Probanden an, sich derzeit in kieferorthopädischer Therapie zu befinden. Etwa jeder zehnte Proband wies eine klinische CMD nach dem Helkimo-Index (9,6 %; n = 97) bzw. eine CMD-Diagnose nach den RDC/TMD auf (10,2 %; n = 102).

Nach Kontrolle der Effekte von Alter, Geschlecht und Schulform mittels multinomialer logistischer Regressionsanalyse ergab sich weder für anamnestische noch klinische CMD-Symptome bzw. -Diagnosen ein erhöhtes Risiko während der kieferorthopädischen Behandlung (Odds-Ratios zwischen 0,63 und 1,18; alle p-Werte > 0,05).

Gleichzeitig waren sowohl Schliff-Facetten an den Frontzähnen (zahnbezogener Mittelwert mit vs. ohne Apparatur: 0,12 vs. 0,16; t-Test: p = 0,038) als auch subjektiv angegebene Bruxismusaktivitäten (OR = 0,57; p = 0,018) durch die kieferorthopädische Behandlung signifikant verringert.

"Die Studie ergab kein erhöhtes Risiko für CMD bei Kindern und Jugendlichen während der kieferorthopädischen Therapie. Gleichzeitig reduziert diese offenbar parafunktionelle Aktivitäten und damit die Gefahr von nichtkariösen Zahnschäden", schlussfolgert der Autor aus seinen Ergebnissen.

Quelle: Journal of Orofacial Orthopedics 2009, 70: 39-50

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