Orales Amoxicillin reduziert Häufigkeit von Implantatversagen


Risiko sinkt um fast 80 Prozent

LAKE OSWEGO (BIERMANN) - Zahnärzte sollten vor dem Setzen von Implantaten den Einsatz vor Amoxicillin erwägen: Eine präoperative antibiotische Therapie reduzierte in zwei überprüften Studien das Risiko für ein Implantatversagen. Die Ergebnisse einer Studie deuteten zudem auf ein reduziertes Risiko für eine postoperative Infektion hin. Dies belegt ein Kommentar von Dr. Stacy Geisler zu einem Review in der neuen Ausgabe des Journal of the American Dental Association.

Allerdings hätten beide Studien nicht genug Power gehabt, um statistisch signifikante Unterschiede nachzuweisen, schreibt Geisler. Die Autoren fanden, dass eine Studie ein hohes Risiko für eine Verzerrung hatte. In einer kombinierten Meta-Analyse beider Studien stellten die Autoren bei der präoperativen Gabe systemischer Antibiotika eine statistisch signifikante Reduktion des Risikos für ein Implantatversagen fest.

Um die Frage zu klären, wie sich eine präoperative Antibiotika-Gabe auf das Setzen von Implantaten gegenüber Placebo oder keinem Antibiotikum auswirkt, durchforsteten die Review-Autoren per Hand vier Datenbanken in allen Sprachen. Dabei suchten sie ausschließlich nach randomisierten kontrollierten klinischen Studien an Menschen mit mindestens dreimonatiger Nachbeobachtung.

Ihre Ausbeute war mager: Gerade mal zwei Studien erfüllten alle Kriterien. An der ersten Studie nahmen 80 Patienten teil: 40 Teilnehmer erhielten eine einzelne 2-Gramm-Dosis Amoxicillin eine Stunde vor der OP, gefolgt von 500 mg Amoxicillin viermal täglich über zwei Tage. Deren Antworten verglichen sie mit den Antworten von Teilnehmern, die kein Antibiotikum erhielten.

In der zweiten Studie verglichen die Forscher die Antworten von 316 Teilnehmern, die eines von zwei Regimen erhalten hatten: 2 g Amoxicillin als Einzeldosis eine Stunde vor der OP oder Placebotabletten.

In beiden Studien spülten sich die Teilnehmer vor der OP den Mund mit Chlorhexidindigluconat aus und fuhren mit der Mundspülung nach der OP eine Woche lang fort. Die Nebenwirkungen von Amoxicillin und Placebo waren gering.

Eine Meta-Analyse beider Studien zeigte, dass die Teilnehmer, die die antibiotische Therapie erhalten hatten, ein um 78 Prozent geringeres Risiko für ein Implantatversagen hatten als die Teilnehmer, die entweder ein Placebo oder kein Antibiotikum erhalten hatten (relatives Risiko 0,22; 95%-KI 0,06–0,86).

Der Artikel von Geisler ist in der aktuellen Ausgabe des Journal of the American Dental Association erschienen.

Quelle: J Am Dent Assoc 2009; 140 (10): 1294-6

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