Bakterielle Nitratatmung im Zahnbelag

 

Lachgas und Stickoxid aus dem Mund

 

BREMEN (BIERMANN) – Stickoxid (NO) spielt bei Parodontalerkrankungen eine wichtige Rolle. Bislang galten Gingivazellen als einzige NO-Quelle. Ein internationales Forscherteam mit Bremer Beteiligung konnte jetzt zeigen, dass auch Bakterien im menschlichen Zahnbelag mit Nitrat anstelle von Sauerstoff atmen können und dabei Lachgas sowie NO freisetzen.

Ausschlaggebend ist nitratreiche Nahrung – wie Blattsalate oder Rote-Beete-Saft –, die im Speichel zu extrem hohen Konzentrationen an Nitrat führt, welches dann von den nitratatmenden Bakterien im Zahnbelag umgesetzt wird. Dabei entstehen gasförmige Stoffwechselprodukte wie Stickoxid, Lachgas und Stickstoff.

Die aktuelle Veröffentlichung lässt vermuten, dass es einen Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen und den bakteriellen Stickstoffumsetzungen im Zahnbelag gibt. Stickoxid ist ein bekanntes Signal-Molekül im menschlichen Körper, das vielleicht auch für die Kommunikation zwischen den Prozessen im Zahnbelag und im Zahnfleisch verantwortlich ist.

"Die Mengen an Stickoxid sind physiologisch relevant. Es ist bekannt, dass Stickoxid die Blutgefäße erweitert, so den Blutdruck senkt und zudem als Signalstoff im Nerven -und Immunsystem dient", sagt Dr. Frank Schreiber, der Ansprechpartner für die Studie.

"Ob das bei der Denitrifikation produzierte Lachgas die Stimmung erhellen kann, ist allerdings eher fraglich", ergänzt Dr. Peter Stief, der ebenfalls an dieser Studie mitgearbeitet hat. Tatsächlich ist die Menge des gebildeten Lachgases zu gering, um bekannte physiologische Funktionen, wie etwa Betäubung hervorzurufen. So benutzten Zahnärzte in früheren Zeiten deutlich höhere Mengen, um ihre Patienten zu narkotisieren, als im Zahnbelag gebildet wird.

Quelle: MPI Bremen, www.biomedcentral.com

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