Bindegewebstransplantate zur Wurzeldeckung

 

Auch nach zehn Jahren noch gute Ergebnisse

 

FRANKFURT/MAIN (BIERMANN) – Für ihre Arbeit "Langzeitergebnisse nach Deckung freiliegender Wurzeloberflächen mit resorbierbaren Membranen und Bindegewebstransplantaten" hat Dr. Katrin Nickles kürzlich den mit 2500 Euro dotierten Förderpreis der Stiftung Zahnärztliche Wissenschaften Davos erhalten.

Das Kuratorium würdigte die eingereichte Arbeit unter anderem deshalb, weil sich in der Literatur lediglich eine Studie findet, die über Langzeitergebnisse von Bindegewebstransplantaten über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren berichtet. Außerdem berücksichtigte die gewürdigte Arbeit zudem patientenbezogene ästhetische Parameter.

Die Forschungsergebnisse sind jetzt in der aktuellen Ausgabe des Journal of Periodontology erschienen. Nickles, die an der Poliklinik für Parodontologie des Zahnärztlichen Universitätsinstituts Frankfurt tätig ist, und ihre Kollegen behandelten 15 Patienten mit Rezessionen der Miller-Klassen I und II.

Die Rezessionsdefekte wurden randomisiert mit Bindegewebstransplantaten oder gesteuerter Geweberegeneration (GTR) mit resorbierbaren Membranen therapiert. Die klinischen Parameter wurden vor dem Eingriff sowie nach 6 und 120 Monaten ± 12 Monaten erhoben.

Für die Auswertung nach rund zehn Jahren standen neun Patienten mit 24 Rezessionsdefekten zur Verfügung. Die Bindegewebstransplantate führten nach 6 und 120 Monaten ± 12 Monaten zu einer statistisch signifikanten Wurzeldeckung (6 Monate: 3,07 ± 1,74 mm; 120 ± 12 Monate: 2,07 ± 1,89 mm).

Die GTR-Therapie mit resorbierbaren Membranen führte hingegen nur nach 6 Monaten zu einer statistisch signifikanten Wurzeldeckung (2,28 ± 1,77 mm), verglichen mit der Ausgangssituation.

Wie die Autoren beobachteten, kam es zwischen 6 und 120 Monaten ± 12 Monaten in beiden Gruppen zu einem statistisch signifikanten Verlust an Deckung (Bindegewebstransplantate: −1,0 ± 0,78 mm; GTR: −2,03 ± 2,24 mm).

120 ± 12 Monate nach der Bindegewebstransplantation war die Stabilität der Wurzeldeckung statistisch signifikant besser als nach der GTR-Therapie. Wenngleich die Bindegewebstransplantation nach dem Eingriff mehr Beschwerden verursachte, resultierte sie in der Wahrnehmung der Patienten in einem besseren Outcome der Behandlung als die GTR.

Damit waren die Langzeitstabilität der Reduktion der Rezessionstiefe und die von den Patienten wahrgenommenen ästhetischen Ergebnisse zehn Jahre nach der Bindegewebstransplantation statistisch besser als die GTR-Therapie.

Quelle: Journal of Periodontology 2010, 81 (6): 827-36 ; Freier Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ)

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