Einbestellungsintervalle in der Kariesprävention

 

Am besten auf das jeweilige Risiko abgestimmt

 

MESA (BIERMANN) – Laut einer neuen US-Studie ergibt es vermutlich wenig Sinn, zur Kariesprävention dasselbe Einbestellungsintervall für alle Patienten zu nehmen. Die Evidenz dafür sei schwach, meinen Seena Patel von der Arizona School of Dentistry and Oral Health in Mesa und ihre Kollegen.

Die Wissenschaftler untersuchten in ihrem systematischen Review die Evidenz für die Rationale hinter dem Protokoll "ein-Einbestellungsintervall-passt-für-alle".

Bei ihrer ausgiebigen Suche fanden sie gerade einmal sieben Artikel, die sechs Studien repräsentierten, welche ihre Einschlusskriterien erfüllten. Die Ergebnisse einer randomisierten Studie zeigten keine signifikanten Unterschiede bei der Mundgesundheit zwischen Patienten, die alle zwölf Monate einbestellt wurden und jenen, bei denen das Intervall 24 Monate betrug.

Die Autoren einer nicht randomisierten kontrollierten Studie hätten berichtet, dass ein Zwei- bis Drei-Monats-Einbestellungsintervall Auftreten und erneutes Auftreten von Karies signifikant reduzierte, schreibt das Team um Patel.

Die Autoren einer weiteren longitudinalen, nicht randomisierten, kontrollierten Studie, die 3-, 6- und 12-Monatsintervalle zur Einbestellung verglich, hätten einen Karieszuwachs von 4,4 respektive 4,0 und 4,9 angegeben.

"Die Ergebnisse zweier retrospektiver Studien zeigten, dass ein spezifisches Einbestellungsintervall die Kariesinzidenz nicht signifikant veränderte", führen Patel und ihr Team weiter aus. Die Ergebnisse einer Querschnittsstudie ließen vermuten, dass ein Sechs-Monats-Einbestellungsintervall mit mehr restaurierten Zähnen, aber weniger aktiver Karies assoziiert war.

Allerdings bemängeln die Autoren, dass Studien, die den Einfluss des Einbestellungsintervalls auf die Kariesinzidenz untersuchten, methodologisch schwach gewesen seien.

Der Einsatz des gleichen Einbestellungsintervalls für alle Patienten sollte in punkto Kariesprävention reevaluiert werden, schlussfolgern die Autoren. Auf Basis der Evidenz der randomisierten, kontrollierten Studie könnten Einbestellungsintervalle auf alle zwei Jahre ausgedehnt werden.

Evidenz aus den anderen Studien habe zu widersprüchlichen Ergebnissen für die Effektivität jeglichen spezifischen Protokolls zum Einbestellungsintervall geführt.

"Da bei all diesen Studien die Beweiskraft ernsthaft gefährdet war, könnten Ärzte in Betracht ziehen, den Patienten Einbestellungsintervalle auf Basis ihres Kariesrisikos zuzuteilen", empfehlen die Forscher abschließend.

Quelle: J Am Dent Assoc, Vol 141, No 5, 527-539.

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