Tinnitus geht oft mit Kiefergelenksproblemen einher

 

Aufbiss-Schienen und Physiotherapie können Ohrgeräusche lindern

 

REGENSBURG (BIERMANN) – Für seine Forschungsarbeit "Tinnitus bei Patienten mit craniomandibulären Dysfunktionen" hat PD Dr. Ralf Bürgers kürzlich den Alex-Motsch-Preis der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT) erhalten.

Bürgers ist an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik des Universitätsklinikums Regensburg tätig.

Der Alex-Motsch-Preis wird jährlich von der DGFDT für die beste Arbeit auf dem Gebiet der Funktionslehre, -diagnostik, -therapie in der Zahnmedizin vergeben und ist mit 5000 Euro dotiert.

Der Uniklinik Regensburg zufolge sind zehn Prozent der Bevölkerung weltweit von Ohrgeräuschen (Tinnitus) betroffen – viele lernen jedoch, diese Geräusche zu ignorieren, so dass der Tinnitus im alltäglichen Leben keine spürbare Belastung darstellt.

Für jeden hundertsten Tinnitus-Patienten jedoch führt der ständige, monotone Lärm zu schweren Einschränkungen im Alltag. Schlaf- und Konzentrationsstörungen können die Arbeitsfähigkeit und das soziale Leben erheblich beinträchtigen.

Das laut Uniklinik häufig gleichzeitige Auftreten von Tinnitus und Kiefergelenkserkrankungen legt die Vermutung nahe, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen besteht. Somit könnten sich therapeutische Maßnahmen im Kiefergelenk positiv auf die Tinnitusbelastung auswirken.

Die nun prämierte Forschungsarbeit entstand im Rahmen der Patientenbehandlung im Tinnituszentrum der Universitätsklinik Regensburg in Zusammenarbeit mit der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sowie der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Im Rahmen der klinischen Studie des Tinnituszentrums wurden rund 1000 Patienten auf Tinnitus in Verbindung mit Kiefergelenkserkrankungen untersucht. Bei 30 Patienten mit beiden Symptomen wurden funktionstherapeutische Maßnahmen (Aufbiss-Schienen und Physiotherapie) verordnet.

Mit Hilfe dieser funktionstherapeutischen Maßnahmen konnten signifikante Erfolge bei den Kiefergelenkssymptomen erzielt werden. Zusätzlich führten die zahnmedizinischen Maßnahmen bei etwa der Hälfte der Patienten zu einer Verbesserung des Tinnitus.

Quelle: Universitätsklinikum Regensburg, 21.01.2010

Ihr Direktservice

Login

Warenkorb0

enthält keine Produkte


Direktbestellung

Call Back

Rückrufgrund
 
 
 
 
 

Katalog anfordern

Katalog wählen



Zuletzt angesehen

bisher keine Produkte angesehen