Zukunftsmusik in der Implantologie

 

Keimfreie Beschichtung soll Entzündungsrisiko minimieren

 

MAINZ (BIERMANN) – Mainzer Polymerforscher entwickeln keimfreie Materialien für Implantate und Prothesen, die das Entzündungsrisiko nach Operationen reduzieren sollen.

Dazu arbeiten die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts (MPI) für Polymerforschung in der Studie EMBEK1 mit neun weiteren Forschungszentren und Industriepartnern aus Spanien, Großbritannien, der Schweiz und Deutschland zusammen, unter anderem mit der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Studie ist auf drei Jahre angelegt und wird von der Europäischen Union mit 2,9 Millionen Euro gefördert.

"Wir entwickeln eine Oberflächenbeschichtung für Implantate und Medizinprodukte, auf der die Keimbesiedlung nicht oder nur schwer möglich ist", erklärt Projektleiterin Dr. Renate Förch von MPI für Polymerforschung.

Dabei müssen die Forscher zunächst die biologischen Mechanismen der Anhaftung von Keimen auf Oberflächen untersuchen und identifizieren, wie die Bakterien in der Lage sind, sich genetisch so zu verändern, dass sie gegen bestimmte Medikamente oder Materialien resistent werden.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem problematischen Krankenhauskeim Staphylococcus aureus, der immer wieder neue Resistenzen gegen Antibiotika zeigt, und dem Bakterium Pseudomonas aeroginosa.

"Um die gewünschten Materialeigenschaften zu erzeugen, kommt bei uns die so genannte Plasma-Beschichtung von Oberflächen zum Einsatz", erläutert Förch. Das am MPI eingesetzte Verfahren beschichtet die Oberfläche der Materialien mit bestimmten Polymeren, sodass sich Keime nicht darauf anhaften können und eine Besiedlung und Vermehrung auf dem Implantat erschwert wird.

Dabei müssen die Forscher jedoch auch die Bioverträglichkeit der Beschichtung sowie die Lagerbeständigkeit und Haltbarkeit des Beschichtungsmaterials berücksichtigen. Sie sind zuversichtlich, dass in circa fünf Jahren ein klinisch getesteter Prototyp des Materials vorliegen könnte.

Quelle: MPI für Polymerforschung, 22.01.2010

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