Neues Ultraschallgerät soll künftig das Röntgen weitgehend ersetzen


Mehr Informationen über Gewebe und Werkstoffe

ROSTOCK (Biermann) – Wenn alles läuft wie geplant, könnte in drei Jahren ein handliches Spezial-Ultraschallgerät namens Scan-o-Dent® eine neue Ära in der Zahndiagnostik einläuten.

Daran arbeiten die Rostocker Firma S&N Systemhaus für Netzwerk- und Datentechnik GmbH und der Lehrstuhl Werkstoffe für die Medizintechnik sowie das Institut für Automatisierungstechnik von der Universität Rostock. Weitere Kooperationspartner sind die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde der Universität Rostock und das Institut für ImplantatTechnologie und Biomaterialien an der Universität Rostock.

Mit dem neuen Gerät könnte durch die weitgehende Vermeidung von Röntgenaufnahmen die Strahlenbelastung in der Zahnarztpraxis für Patienten und Personal deutlich gesenkt werden. Immerhin gehen rund 37 Prozent der in der Medizin erstellten Röntgenaufnahmen auf das Konto der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde.

Am 22. September übergab Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) in Rostock den Fördermittelbescheid für das Verbundforschungsvorhaben. Die Mittel in Höhe von 1,37 Millionen Euro stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Das Gesamtprojektvolumen beträgt 1,74 Millionen Euro.

Scan-o-Dent® soll den Werkstoffzustand eines Zahnes mit Ultraschall erfassen, die Zahnstruktur bildhaft machen und mit wichtigen Kennwerten für die zahnärztliche Diagnose wie Druckfestigkeit, Härte, Kariesausbreitung und Randspalten-Zustand versehen.

Erste Machbarkeitsstudien haben gezeigt, dass die geplante Technologie, die bereits zum Patent angemeldet ist, alle Material- und Gewebestrukturen im Mund optimal erfassen kann. Die in der Mundhöhle vorhandenen Gewebe und Werkstoffe können zudem – im Gegensatz zum Röntgen – dreidimensional dargestellt werden.

Das Verfahren ermöglicht nach Angaben der Universität Rostock die effektivere Bewertung der Zahnhartsubstanzen, insbesondere auf Vorliegen von Karies, auch unter bestehenden Kronen. Gleichzeitig können genauere Bewertungen des Weichgewebes im Zahnhalteapparat mit Blick auf Zahnbetterkrankungen vorgenommen werden.

Einen weiteren Mehrwert in der Bildqualität im Vergleich zu den Röntgenaufnahmen erwartet der Rostocker Zahnmediziner Prof. Peter Ottl durch die weitreichende Erfassung der knöchernen Strukturen im Zahnhalteapparat und in der Umgebung von Zahnimplantaten sowie in der Zustandskontrolle von Füllungen, Zahnersatz und Zahnimplantaten.

„Eine große Bedeutung wird diese Technologie zweifellos auch aufgrund der demographischen Entwicklung erlangen, da vor allem ältere und pflegebedürftige Menschen mit dem handlichen Ultraschallgerät viel besser erreicht und untersucht werden können“, so Ottl.

Quelle: Universität Rostock, 22.09.2011

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