Entzündungen im Mund sorgen bei Diabetikern für zusätzliche Risiken:


Bei Zuckerkranken mit Niereninsuffizienz ist die Sterberate dadurch achtfach erhöht


DRESDEN (Biermann) – Experten der UniversitätsZahnMedizin (UZM) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden weisen in ihrem neuen Magazin „Dresdner ZahnWelt“ auf die bislang wenig beachtete Wechselwirkung zwischen Parodontitis und Diabetes hin.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass sich eine verbesserte Mundgesundheit positiv auf den Verlauf von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirkt. Die zahnärztliche Vor- und Nachsorge bei der körperlichen Gesundheit von Gingivitis- und Parodontitis-Patienten spielt eine wichtige Rolle. „Auf diese Weise sind Zahnärzte zu wichtigen Partnern von Allgemeinmedizinern und Internisten geworden“, sagt UZM-Direktor Prof. Thomas Hoffmann.

Etwa 90 Prozent der Gesamtbevölkerung leiden unter entzündetem Zahnfleisch, wobei die Schweregrade sehr verschieden sind. Individuelle Faktoren – wie unzureichende Mundhygiene, Rauchen, Stress sowie Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen – beeinflussen Beginn und Schwere der Entzündungen im Mundraum.

Besonders gravierend wirken sich Gingivitis und Parodontitis bei Zuckerkranken aus: Entzündungen auslösende Substanzen, bakterielle Stoffwechselprodukte, aber auch Stoffe, die der Körper als Abwehr gegen die Bakterien produziert, können sich über die Blutbahn im gesamten Körper ausbreiten und begünstigen so weitere Erkrankungen.

Mit gravierenden Folgen: Bestandteile entzündungsauslösender Bakterien mindern die Wirksamkeit von Insulin, welches den Blutzuckerspiegel reguliert. Dies erklärt, warum sich bei Zuckerkranken, die unter entzündetem Zahnfleisch leiden, die Stoffwechsellage verschlechtert.

Die Folge sind vermehrte Komplikationen, wie Erkrankungen der Niere, der Augen oder Arteriosklerose. Beispielsweise sterben doppelt so viele an Parodontitis erkrankte Diabetiker an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Diabetiker, die nicht von Parodontitis betroffen sind. Bei Zuckerkranken mit beeinträchtigter Nierenfunktion erhöht sich das Sterberisiko durch Parodontitis sogar um das Achtfache.

Doch Parodontitis steht auch im Verdacht, die Risiken für ansonsten gesunde Patienten zu erhöhen. Ein Beispiel dafür sind Schwangere. So wird diskutiert, dass Schwangere, die an einer Parodontitis leiden, möglicherweise ein höheres Risiko haben, ein frühgeborenes, untergewichtiges Kind zur Welt zu bringen.

Um die Öffentlichkeit über die Gefahren von Parodontitis und deren Wechselwirkung mit dem Organismus zu informieren, gehen die Experten mit dem neuen Magazin „Dresdner ZahnWelt“ in die Offensive. Die halbjährlich erscheinende Publikation ist ab sofort als pdf-Datei im Internet unter www.uniklinikum-dresden.de/uzm abrufbar.

Gedruckte Exemplare liegen zudem in den zahnmedizinischen Ambulanzen des Universitätsklinikums aus. Neben dem Thema „Kranker Zahnhalteapparat führt zu Wechselwirkungen mit dem Organismus“ informiert die aktuelle Ausgabe über Mundpflegemaßnahmen künstlich beatmeter Patienten sowie Kunststoffschienen zur Korrektur von Zahnfehlstellungen.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, 16.10.2012



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