Parodontaltherapie reduziert kardiovaskuläres Risiko


CRP-Spiegel sinken

SANTIAGO (Biermann) – Kann die Therapie der Parodontitis die systemische Entzündung bei Patienten mit dem metabolischen Syndrom (MetS) und damit ihr kardiovaskuläres Risiko reduzieren? Eine neue Studie von Wissenschaftlern aus Chile und Dänemark spricht stark dafür.

Der Hintergrund: Die systemische Entzündung – wie sie sowohl beim MetS als auch bei Parodontitis gefunden wird – ist in beiden Fällen dafür verantwortlich, dass diese Erkrankungen mit einem höheren Risiko für Atherosklerose zusammenhängen.

Um dies näher zu untersuchen, führten die Wissenschaftler um Néstor J. López von der Universität der Anden in Santiago eine doppelblinde, randomisierte, klinische Parallelarm-Studie durch: Sie randomisierten 82 Teilnehmer für die Gruppe mit experimenteller Therapie (ETG) mit Plaque-Kontrolle und Wurzelglättung plus Amoxicillin und Metronidazol und 83 Patienten für eine Gruppe mit Kontrollbehandlung (CTG) – mit Anleitung zur Plaque-Kontrolle, supragingivalem Scaling und zwei Placebos.

Bei allen Studienteilnehmern wurden Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen erfasst: die Serumkonzentrationen von Cholesterin, Glukose, der Body Mass Index (BMI), das C-reaktive Protein (CRP), die Fibrinogen-Konzentrationen sowie klinische Parodontalparameter, und zwar eingangs sowie alle drei Monate, bis zu zwölf Monate nach der Therapie. Als primäre und sekundäre Endpunkte legten die Autoren Veränderungen bei den CRP- respektive Fibrinogen-Spiegeln fest.

Die Auswertung zeigte, dass die eingangs vorliegenden Charakteristika beider Gruppen ähnlich waren. Während des Studienzeitraums beobachtete das Team um López keine signifikanten Veränderungen bei Lebensstilfaktoren, Frequenz von Hypertonie, BMI, Cholesterinwerten und Glukosespiegeln.  

Hingegen hatten sich die Parodontalparameter in beiden Gruppen drei Monate nach der Therapie signifikant (P = 0,0001) verbessert und blieben bis zu zwölf Monate lang unter den Ausgangswerten.

Wie die Autoren ferner beobachteten, war die Verbesserung des Parodontalstatus in der ETG signifikant (P = 0,0001) größer. Die Analyse mit multipler linearer Regression – bereinigt um Geschlecht, Rauchen, Hypertonie und Ausmaß der Parodontitis – ergab, dass die CRP-Spiegel mit der Zeit abnahmen und dass diese Reduktion nach neun (P = 0,024) und zwölf Monaten (P = 0,001) in beiden Gruppen signifikant war. Dabei gab es keinen Unterschied zwischen den Gruppen.

Die Fibrinogen-Spiegel sanken hingegen nach sechs und zwölf Monaten in der ETG, nicht aber in der CTG.

„Die Reduktion von parodontaler Entzündung entweder mit Wurzelglättung und systemischen Antibiotika oder mit Plaquekontrolle und subgingivalem Scaling reduzierte die CRP-Spiegel nach neun Monaten bei Patienten mit MetS signifikant“, schlussfolgern die Autoren.

Quelle: Journal of Periodontology 2012; 83(3):267-278

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