Plaque-Bakterien könnten Blutgerinnsel auslösen


Ein Grund mehr für gute Mundhygiene

Orale Bakterien, die in den Blutstrom gelangen, sind in der Lage, Blutgerinnsel  zu verursachen und eine lebensbedrohliche Endokarditis auszulösen. Weitere Forschungsarbeiten könnten zu neuen Medikamenten führen, um infektiöse Herzerkrankungen zu bekämpfen, erklärten Wissenschaftler bei der Präsentation ihrer Arbeit Ende März bei der Frühjahrstagung der Society for General Microbiology in Dublin.
 
Streptococcus gordonii gilt eigentlich als ganz normaler Mundbewohner, der zur Plaque beiträgt. Gelangt er jedoch über blutendes Zahnfleisch ins Blut, kann er Chaos anrichten, indem er sich als menschliche Proteine ausgibt.

Denn wie die Forscher vom Royal College of Surgeons in Ireland (RCSI) und der University of Bristol herausgefunden haben, ist S. gordonii in der Lage, auf seiner Oberfläche ein Molekül zu produzieren, das es so aussehen lässt wie das Blutgerinnungsprotein Fibrinogen.

Dies aktiviert die Thrombozyten, so dass sie in den Blutgefäßen verklumpen. Diese unerwünschten Blutgerinnsel umschließen die Bakterien, schützen sie vor dem Immunsystem und vor Antibiotika, die zur Behandlung der Infektion eingesetzt werden könnten. Die Verklumpung der Thrombozyten kann zu Vegetationen auf den Herzklappen (Endokarditis) oder einer Entzündung der Blutgefäße führen, die die Blutzufuhr zu Herz oder Hirn blockiert.

Ein besseres Verständnis zwischen den Bakterien und den Thrombozyten könnte letztendlich zu neuen Therapien für die infektiöse Endokarditis führen, sagte Dr. Helen Petersen, die die Arbeit vorstellte. „In der Entwicklung der infektiösen Endokarditis besteht ein entscheidender Schritt in der Anheftung der Bakterien an die Herzklappe und der Aktivierung der Thrombozyten, um ein Gerinnsel zu bilden. Wir sehen uns nun den Mechanismus hinter dieser Sequenz von Ereignissen an – in der Hoffnung, neue Medikamente entwickeln zu können, um Blutgerinnseln und auch infektiöser Endokarditis vorzubeugen“, sagte sie.

Die infektiöse Endokarditis wird chirurgisch oder mit starken Antibiotika behandelt – was bei der zunehmenden Antibiotika-Resistenz immer schwieriger wird. „Rund 30 Prozent der Menschen mit infektiöser Endokarditis sterben, und die meisten müssen operiert werden, um die infizierte Herzklappe mit einer Metall- oder einer tierischen Klappe zu ersetzen“, erläuterte Petersen.

„Unser Team hat jetzt die entscheidenden Komponenten des S. gordonii-Moleküls identifiziert, das Fibrinogen nachahmt. Damit kommen wir der Fähigkeit, neue Substanzen zu
seiner Hemmung zu konzipieren, ein Stück näher“, sagte Dr. Steve Kerrigan vom RCSI.

Das Team sieht sich auch andere Plaque-Bakterien genauer an, die ähnliche Effekte haben könnten wie S. gordonii. „Wir versuchen zu bestimmen, wie weit verbreitet dieses Phänomen ist, indem wir andere Bakterien untersuchen, die mit S. gordonii verwandt sind. Was unsere Arbeit eindeutig zeigt, ist, wie wichtig es ist, den Mund durch regelmäßiges Zähneputzen und Benutzen von Zahnseide gesund zu halten, um diese Bakterien in Schach zu halten“, betonte Petersen.
 
Quelle: Society for General Microbiology, 25. März 2012

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