Prothesen sicher desinfizieren

 

Was gegen MRSA hilft

SAO PAULO (Biermann) – Forscher aus Brasilien haben einfache Methoden gefunden, um mit gefährlichen Bakterien kontaminierte Prothesen zu desinfizieren.

Der Hintergrund ihrer Studie: Sind Zahnprothesen mit einem Biofilm überzogen, der Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus enthält (MRSA), kann dies bei Aspiration zu Infektionen wie einer Aspirationspneumonie führen. Die Autoren evaluierten die Wirksamkeit zweier Desinfektionslösungen und einer Mikrowellenbestrahlung, um mit MRSA kontaminierte Vollprothesen zu desinfizieren.

Zunächst kontaminierten Dr. Karen Tereza Altieri von der Universidade Estadual Paulista, São Paulo, und ihre Kollegen 36 nachgebildete Vollprothesen mit MRSA und teilten sie in vier gleiche Gruppen ein: eine positive Kontrollgruppe, die aus Prothesen bestand, die nicht desinfiziert wurden; eine Gruppe, die zehn Minuten lang in einprozentiges Natriumhypochlorit getaucht wurde; eine Gruppe, die zehn Minuten lang in zweiprozentiges Chlorhexidingluconat getaucht wurde; und eine Gruppe, die drei Minuten lang mit 650 Watt bestrahlt wurde. Die Autoren quantifizierten die Koloniezahlen und evaluierten die Langzeiteffektivität der Desinfektion.

Alle Prothesen der Kontrollgruppe zeigten ein erhebliches mikrobielles Wachstum auf den Platten (6,24 log10 Kolonie-bildende Einheiten pro Milliliter). Die Autoren beobachteten auf den Platten der desinfizierten Prothesen keine Evidenz für mikrobielles Wachstum. Nach einer siebentägigen Inkubation beobachteten die Autoren eine Trübung der Brühe in allen Bechern, die Prothesen enthielten, die mit einprozentigem Natriumhypochlorit desinfiziert worden waren.

„Das Eintauchen in die Chlorhexidingluconat-Lösung und die Mikrowellenbestrahlung führten sowohl kurz- als auch langfristig zu einer vollständigen Desinfektion aller mit MRSA kontaminierten Prothesen“, bilanzieren die Autoren. „Das Eintauchen in eine Natriumhypochloritlösung war ausschließlich zur kurzfristigen Desinfektion geeignet.“

Damit könnten die Mikrowellen-Bestrahlung und zweiprozentiges Chlorhexidingluconat in Zahnarztpraxen und Einrichtungen, in denen Prothesenträger behandelt werden, zur Desinfektion angewandt werden. Auf diese Weise könnte das Leben von Patienten verlängert,  ihre Lebensqualität verbessert und die Krankheitslast durch MRSA reduziert werden.

Laut dem Informationsdienst für Zahnärzte ist allerdings bei Prothesen, die Metallteile enthalten, Vorsicht angebracht, da sich durch die Ströme von bis zu 20 A dünne Metallstücke verformen oder schmelzen könnten.  

Quelle: The Journal of the American Dental Association 2012; 143(3): 270-277;

 

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