Röntgen in der Zahnarztpraxis


Risiko für ein Meningiom kann steigen

BOSTON (Biermann) – In der bislang größten Studie ihrer Art haben US-Forscher eine Korrelation zwischen häufigen dentalen Röntgenaufnahmen und einem erhöhten Risiko für ein Meningiom entdeckt. Ihre Studienergebnisse sind am 10. April in Cancer erschienen.

Das Meningiom stellt den häufigsten primären Hirntumor in den USA dar und ist für rund 33 Prozent aller primären Hirntumoren verantwortlich.  In den meisten Untersuchungen stellte sich die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung als umweltbedingter Risikofaktor für ein Meningiom heraus.

„Die Befunde lassen vermuten, dass frühere dentale Röntgenaufnahmen mit erhöhter Frequenz und in einem jungen Alter mit einem erhöhten Risiko für diesen häufigen Typ von Hirntumor assoziiert sein können”, sagte Dr. Dr. Elizabeth Claus, Neurochirurgin am Brigham and Women's Hospital (BWH) in Boston und an der Yale University School of Medicine in New Haven.

„Diese Forschung spricht dafür, dass obgleich dentale Röntgenaufnahmen ein wichtiges Instrument darstellen, um eine gute orale Gesundheit zu erhalten, sich doch Anstrengungen, um die Exposition gegenüber dieser Form der Bildgebung zu reduzieren, bei einigen Patienten lohnen könnten.“

Claus und ihre Kollegen untersuchten Daten von 1433 Patienten, bei denen im Alter von 20 bis 79 Jahren zwischen Mai 2006 und April 2011ein Meningiom diagnostiziert wurde. Dann verglichen sie die Informationen mit einer Kontrollgruppe aus 1350 Teilnehmern mit ähnlichen Charakteristika.

Dabei beobachteten sie, dass die Wahrscheinlichkeit bei Meningiom-Patienten doppelt so hoch war, dass sie angaben, bei ihnen sei eine Bissflügelröntgenaufnahme gemacht worden. Außerdem zeigte sich, dass jene, die berichteten, sie sei bei ihnen jährlich oder häufiger gemacht worden, eine 1,4- bis 1,9-mal höhere Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines Meningioms hatten als die Kontrollgruppe.
 
Ferner bemerkten die Wissenschaftler, dass es ein noch höheres Meningiom-Risiko bei Patienten gab, die mit einer Panorex-Röntgenaufnahme untersucht worden waren. Bei denjenigen, die angaben, diese Untersuchung sei bei ihnen im Alter von unter zehn Jahren erfolgt, war die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines Meningioms 4,9-mal höher als bei den Kontrollen. Jene Patienten, die dieser Untersuchung nach eigenen Angaben jährlich oder häufiger als einmal im Jahr unterzogen wurden, wiesen eine fast dreimal so hohe Wahrscheinlichkeit für ein Meningiom auf wie die Kontrollgruppe.
 
„Es ist wichtig, anzumerken, dass die heute erstellten dentalen Röntgenaufnahmen mit einer sehr viel geringeren Strahlungsdosis erfolgen als in der Vergangenheit“, sagte Claus.

Laut Hintergrund-Informationen in der Studie unterstreicht eine Stellungnahme der American Dental Association, dass Zahnärzte Risiken und Nutzen dentaler Röntgenaufnahmen abwägen müssen. Zudem bestätigt sie, dass es wenig Evidenz gibt, die den Einsatz dentaler Röntgenaufnahmen bei gesunden Patienten in vorgegebenen Intervallen stützt.

Quelle: Brigham and Women's Hospital, 10. April 2012; “Dental x-rays and risk of meningioma.” Elizabeth B. Claus, Lisa Calvocoressi, Melissa L. Bondy, Joellen M. Schildkraut, Joseph L. Wiemels, and Margaret Wrensch. CANCER; Published Online: Tuesday, April 10, 2012

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