Schlechte Mundhygiene bei angeborenem Herzfehler:


Die Folge ist ein erhöhtes Endokarditis-Risiko

Junge Patienten mit angeborenen Herzfehlern sollten zu einer guten Mundhygiene angehalten werden. Denn einer neuen Studie zufolge putzen sie ihre Zähne weniger gründlich als ihre Altersgenossen, greifen seltener zu Zahnseide oder Floss und sind auch bei Zahnarztbesuchen zurückhaltender. Auf diese Weise erhöhen sie ihr Risiko für eine Endokarditis.

Auch Erwachsene mit einem funktionell singulären Ventrikel kümmern sich weniger gut um ihre Zähne als gesunde Altersgenossen. Interessanterweise steht dieses Verhalten im Widerspruch dazu, dass sich herzkranke Jugendliche wie Erwachsene im Allgemeinen gesundheitsbewusster verhalten. So greifen die Jugendlichen beispielsweise weniger zu Alkohol, Zigaretten und illegalen Drogen.

Diese Befunde wurden in zwei Studien beim 12th Annual Spring Meeting on Cardiovascular Nursing vorgestellt, das vom 16. bis 17. März in Kopenhagen stattfand.

„Bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern wird die Diagnose in der Kindheit gestellt, und sie erhalten dann auch ihre erste Behandlung – was aber nicht bedeutet, dass sie geheilt sind“, sagte der Betreuer beider Studien, Prof. Philip Moons von der Universität im belgischen Leuven. „Sie sind nach wie vor für Komplikationen gefährdet – so wissen wir zum Beispiel, dass übermäßiges Trinken bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern lebensbedrohliche Arrhythmien auslösen kann. Eine gute Mundhygiene hingegen beugt einer Endokarditis vor.“

In der Vergangenheit haben sich Bemühungen, einer Endokarditis bei Patienten mit angeborenem Herzfehler vorzubeugen, auf die Einnahme von Antibiotika eine Stunde vor einem zahnmedizinischen Eingriff konzentriert. Aber mittlerweile ist bekannt, dass die tägliche Mundhygiene zur Prävention einer Endokarditis wichtiger ist.

„Dies war ein Umdenken in den Leitlinien der American Heart Association 2007, aber nicht alle Ärzte haben dieses neue Paradigma übernommen. Und natürlich müssen Sie, wenn Sie zu diesem Paradigma wechseln, auch die Patienten systematisch schulen, aber viele Zentren machen dies bislang noch nicht. Eine systematische, strukturierte Schulung der Patienten zur Bedeutung von Mundhygiene ist entscheidend, um bei Patienten mit angeborenem Herzfehler einer Endokarditis vorzubeugen.“

Quelle: European Society of Cardiology, 16.03.2012



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