Unerwarteter Zusammenhang


Männer mit Parodontitis haben dreifach erhöhtes Risiko für Erektionsprobleme

MALATYA (Biermann) – Zahnärzte können jetzt mit einem neuen schlagenden Argument aufwarten, um ihre männlichen Patienten zu besserer Mundhygiene zu motivieren: Laut einer neuen Studie aus der Türkei ist bei Männern zwischen 30 und 40 Jahren mit schwerer Parodontalerkrankung die Wahrscheinlichkeit, unter Erektionsproblemen zu leiden, dreifach erhöht.

Im Rahmen ihrer Untersuchung verglichen die Wissenschaftler um Dr. Faith Oguz von der Inonu Universität in Malatya 80 Männer zwischen 30 und 40 Jahren mit erektiler Dysfunktion mit einer Kontrollgruppe aus 82 Männern ohne Erektionsprobleme.

Wie die Forscher im „Journal of Sexual Medicine“ schreiben, hatten 53 Prozent der Männer mit erektiler Dysfunktion entzündetes Zahnfleisch, während es in der Kontrollgruppe lediglich 23 Prozent waren.

Wurden weitere Faktoren wie Alter, Body Mass, Index, Haushaltseinkommen und Bildungsgrad bei der Auswertung berücksichtigt, so war die Wahrscheinlichkeit bei Männern mit schwerer parodontaler Erkrankung 3,29-mal höher, unter Erektionsproblemen zu leiden, als bei den Männern mit gesundem Zahnfleisch.

„Erektile Dysfunktion ist ein gravierendes Problem der öffentlichen Gesundheit, das weltweit die Lebensqualität von rund 150 Millionen Männern und ihren Partnerinnen beeinträchtigt“, unterstreicht Oguz.

„Körperliche Faktoren sind in zwei Drittel der Fälle die Ursache – vor allem aufgrund von Problemen mit den Blutgefäßen –, während psychische Probleme wie emotionaler Stress und Depression für den Rest verantwortlich sind. Die chronische Parodontitis stellt eine Gruppe von Infektionskrankheiten dar, die vor allem durch Bakterien verursacht wird, welche zumeist bei einer Entzündung des Zahnfleisches auftreten. Viele Studien haben berichtet, dass chronische Parodontitis systemische Gefäßerkrankungen – wie die koronare Herzkrankheit – induzieren kann, die wiederum mit Erektionsproblemen in Verbindung gebracht werden.“

Das Durchschnittsalter der Männer in beiden Gruppen lag bei knapp unter 36 Jahren. In Bezug auf BMI, Haushaltseinkommen und Bildung gab es keine signifikanten Unterschiede. Ihre sexuelle Funktion wurde anhand des International Index of Erectile Function beurteilt und der Gesundheitszustand ihres Zahnfleisches anhand des Plaqueindex, der Blutung auf Sondierung, der Sondierungstiefe und des klinischen Attachmentlevels.

„Unseres Wissens werden erektile Dysfunktion und chronische Parodontitis bei Männern durch ähnliche Risikofaktoren verursacht, wie Altern, Rauchen, Diabetes mellitus und koronare Herzkrankheit”, sagt Oguz. „Daher schlossen wir Männer mit systemischer Erkrankung und Raucher aus dieser Studie aus. Wir wählten gezielt Männer zwischen 30 und 40 Jahre aus, um den Einfluss der chronischen Parodontitis auf die erektile Dysfunktion beurteilen zu können, ohne dass die Ergebnisse von den Auswirkungen des Alterns beeinflusst werden.“

„Das Ergebnis unserer Studie spricht für die Theorie, dass chronische Parodontitis bei Patienten mit erektiler Dysfunktion häufiger vorliegt als bei Männern ohne Erektionsprobleme und daher von Ärzten, die Männer mit solchen Problemen behandeln, als ein ursächlicher Faktor betrachtet werden sollte.“

Quelle: Wiley, 04.12.2012; Journal of Sexual Medicine, online erschienen am 04. Dezember 2012; doi: 10.1111/j.1743-6109.2012.02974.x



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