Frankfurter Nachwuchsforscherin erhält Dentsply-Förderpreis 2014

Kein verstärktes Zahnfleischbluten durch von-Willebrand-Syndrom

FRANKFURT (Biermann) – Patienten mit  dem von-Willebrand-Syndrom (vWS) berichten über eine allgemein erhöhte Blutungsneigung, die sich aber nicht in Form erhöhter Werte für Zahnfleischbluten (GBI, Blutung auf Sondierung [BOP]) verifizieren lässt. Für ihre Doktorarbeit, die zu dieser Erkenntnis führte, wurde die Frankfurter Zahnmedizinerin Lisa Weickert Anfang November auf dem Deutschen Zahnärztetag mit dem Dentsply-Förderpreis in der Kategorie Klinische Forschung ausgezeichnet.

Der Preis wird von der Firma Dentsply gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) ausgeschrieben. Er ist mit einem Preisgeld von 1500 Euro und einer Reise zum Fachkongress der American Dental Association (ADA) 2015 in Washington D.C. dotiert.

Die prämierte Forschungsarbeit behandelte die Frage, ob das Symptom Zahnfleischbluten tatsächlich ein Zeichen für Gerinnungsstörungen wie das von-Willebrand-Syndrom (vWS) ist. Mehr als 90 Prozent der Deutschen weisen das Symptom Zahnfleischbluten als Folge von und Zeichen für entzündliche Parodontalerkrankungen auf.

In Bezug auf eine solch große Zahl von Zahnfleischblutungen im Zusammenhang mit Parodontalerkrankungen lässt sich nach Weickert nun schlussfolgern, dass Zahnfleischbluten bei Patienten mit vWS eher Ausdruck entzündlicher Parodontalerkrankungen als herabgesetzter Blutgerinnungsfähigkeit ist. Für die Empirie der Arbeit wurden am Hämophiliezentrum des Universitätsklinikums Frankfurt, das dem Institut für Transfusionsmedizin der Medizinischen Klinik III zugeordnet ist, 50 Patienten mit Typ-1-vWS rekrutiert und mit 40 hämatologisch gesunden Kontrollpatienten verglichen.

Hinsichtlich der Fragen zur parodontalen Gesundheit unterschieden sich die Patienten mit Typ-1-vWS nicht von den Kontrollprobanden, wohingegen sie signifikant häufiger Angaben zu erhöhter Blutungsneigung machten. Diese erhöhte Blutungsneigung konnte aber nicht durch verstärktes Zahnfleischbluten belegt werden.

Quelle: Universitätsklinikum Frankfurt, 16.12.2014



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