Neuer Ansatz zur Parodontitis-Therapie

Mit regulatorischen T-Zellen die Entzündung stoppen

PITTSBURGH (Biermann) – Aktuell zielen Maßnahmen zur Therapie der Parodontitis darauf ab, die Zahl der oralen Bakterien auf der Zahnoberfläche zu reduzieren. „Doch diese Strategie geht nicht die wirkliche Ursache des Problems an – eine Überreaktion des Immunsystems, die zu einer unnötig aggressiven Reaktion auf die Anwesenheit oraler Bakterien führt“, erläuterte Koautor Dr. Charles Sfeir von der University of Pittsburgh's School of Dental Medicine.

„Im gesunden Mund gibt es ein Gleichgewicht zwischen Bakterien und der Reaktion des Immunsystems, um eine Infektion zu verhindern, ohne eine Entzündung zu erzeugen“, sagte Dr. Steven Little von der Pitt's Swanson School of Engineering. Bei vielen Menschen veranlasse aber eine chronische Bakterienüberladung das Immunsystem, auf Warnstufe Rot zu bleiben, wobei es die oralen Gewebe schädigt, während es versucht, die Keime zu beseitigen.

„Es gibt viel Evidenz, die zeigt, dass es diesen erkrankten Geweben an einer Untergruppe von Immunzellen – den regulatorischen T-Zellen – mangelt, die angreifenden Immunzellen vermittelt, sich zurückzuhalten, und damit die entzündliche Reaktion stoppt“, sagte Dr. Little. „Wir wollten sehen, was passiert, wenn wir diese regulatorischen T-Zellen zurück ins Zahnfleisch bringen.“

Zu diesem Zweck entwickelten die Wissenschaftler ein System aus Polymer-Mikrospheren, um langsam ein Chemokin namens CCL22 freizusetzen, das regulatorische T-Zellen anzieht, und platzierte winzige Mengen dieser Pasten-artigen Substanz zwischen Zahnfleisch und Zähnen von Tieren mit Parodontitis.

Das Ergebnis: Obwohl die Menge an Bakterien unverändert blieb, führte die Behandlung zu Verbesserungen bei den Standardmaßen für Parodontitis, darunter eine reduzierte Taschentiefe und weniger Zahnfleischbluten, was eine Reduktion der Entzündung als Ergebnis gestiegener Zahlen regulatorischer T-Zellen widerspiegelt. Micro-CT-Scans zeigten niedrigere Raten an Knochenverlust. Die vollständige Studie ist kürzlich online in der Fachzeitschrift „ Proceedings of the National Academy of Sciences“ erschienen.

Die nächsten Schritte beinhalten die Entwicklung einer Immunmodulationsstrategie für Studien an Menschen.

Quelle: University of Pittsburgh Schools of the Health Sciences, 01.11.2013



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