Chronische Parodontitis

Zusammenhang mit lakunären Hirninfarkten identifiziert

SANTIAGO DE COMPOSTELA (Biermann) – Eine neue Studie hat einen Zusammenhang zwischen chronischer Parodontitis und lakunären Hirninfarkten (LI) entdeckt. Letztere werden durch verschlossene kleinste Hirngefäße ausgelöst. Oft bleiben sie zunächst unbemerkt, bis sich – meist durch die Summe mehrerer kleiner Infarkte – erstmals Symptome zeigen.


Die Forscher haben die Hypothese aufgestellt, dass Parodontitis zu systemischer Entzündung führt und dadurch die Gesundheit der Blutgefäße beeinflusst werden könnte. Andererseits haben chronische Parodontitis und lakunäre Infarkte weit verbreitete vaskuläre Risikofaktoren wie Hypertonie, Diabetes und hohes Cholesterin gemeinsam.

„Wir sahen, dass Menschen mit einer Parodontitis-Diagnose gegenüber solchen ohne Parodontitis ein etwa 4-fach erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines lakunären Infarktes hatten. Wenn weitere prospektive Kohortenstudien diese Befunde bestätigen, sollte interventionelle Studien vorgenommen werden, um den potenziellen Nutzen einer Parodontalbehandlung bei Patienten mit lakunärem Schlaganfall und Parodontitis zu beurteilen“, sagte Erstautor Dr. Yago Leira von der Universität in Santiago de Compostela. „Eine Parodontalbehandlung reduziert möglicherweise auch die systemische Entzündung und kann damit das Risiko für die Entwicklung eines lakunären Infarkts reduzieren.“

Die Autoren führten eine nach Alter und Geschlecht gematchte Fall-Kontroll-Studie zu 62 Fällen (Personen mit LI-Diagnose) und 60 Kontrollen durch. Dazu beurteilten sie klinische parodontale Messparameter (Sondierungstiefe, Gingivarezession, klinisches Attachment-Level, Plaque-Score und den Score für gingivale Blutungen auf Sondierung im gesamten Mund). Risikofaktoren für Parodontitis und lakunären Schlaganfall wurden mittels eines strukturierten Fragebogens ermittelt.

Leira und seine Kollegen fanden nach der Adjustierung um weit verbreitete vaskuläre Risikofaktoren einen starken Zusammenhang zwischen chronischer Parodontitis und LI (Odds Ratio 4,20; 95%-Konfidenzintervall 1,81–10,20; P=0,001). In ähnlicher Weise waren auch schwere chronische Parodontitis und LI tendenziell signifikant assoziiert, unabhängig von anderen vaskulären Kovariaten (Odds Ratio 3,53; 95%-Konfidenzintervall 1,07–12,77; P=0,04).

Quelle: European Journal of Neurology 2016;23(10):1572–1579.

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