Prophylaxe und Behandlung von Karies

Konsensusempfehlung und Whitepaper erschienen

BERLIN/POSEN (Biermann) –  Ein Großteil der Bevölkerung Europas ist von Karies betroffen, Experten gehen von 98 Prozent aus. Bislang galt in der Behandlung von Karies die Totalentfernung der geschädigten Zahnsubstanz durch den Bohrer als unumgänglich.  Jetzt haben sich Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin gemeinsam mit 23 internationalen Experten in einer Konsensusempfehlung für einen weniger invasiven Ansatz der Kariesbehandlung ausgesprochen. Ihre Empfehlungen sind in der Fachzeitschrift „Advances in Dental Research“ veröffentlicht.

Mit einer selektiven Kariesentfernung sollen langfristig bessere Behandlungsergebnisse erzielt werden. Die Karies wird unter Umständen nicht vollständig abgetragen, sondern in Abhängigkeit zur Tiefe des Schadens. „Bei tiefem Befall darf ein Rest an Karies in Nähe des Zahnnervs verbleiben. Dadurch kann beim Säubern auch eine Verletzung des Nervs vermieden werden“, erklärt Privatdozent Dr. Falk Schwendicke von der Abteilung Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin der Charité.

Neues Whitepaper erschienen

Anfang September hatte der Weltverband der Zahnärzte FDI verkündet, dass er unter dem Banner seiner Partnerschaft mit Colgate zur Kariesprophylaxe das Whitepaper „Vorbeugung und Behandlung von Zahnkaries“ herausgegeben hat.
 
Das Dokument stellt Strategien zur Vorbeugung und Behandlung von Zahnkaries durch abgestimmte Maßnahmen zwischen Fachpersonal zahnärztlicher Berufe, politischen Entscheidungsträgern und der breiten Öffentlichkeit dar.

Das auf dem Weltkongress des FDI, der vom 07. bis 10. September in Posen stattfand, eingeführte Whitepaper stellt dar, wie Zahnärzte von einem wiederherstellenden Ansatz bei der Kariesbehandlung zu einem Ansatz übergehen können, der sich auf die Versorgung mit einer präventiven Zahnmedizin konzentriert.

Es unterstreicht ebenfalls, dass dies nicht im Alleingang möglich ist, und ruft politische Entscheidungsträger dazu auf, Präventionsstrategien für die Gesamtbevölkerung einzuführen (z. B. Verfügbarkeit von Fluorid, Besteuerung von zuckerhaltigen Lebensmitteln und Getränken) sowie Kostenträger zur Reformierung veralteter Vergütungsmodelle.

„Viele Gruppen und Organisationen der Zahnmedizin fordern seit mehr als 20 Jahren einen Übergang zu einer wirksameren Kariesprophylaxe und dem Erhalt einer gesunden Zahnsubstanz“, betonte Mitautor Prof. Domenick Zero, Leiter des Forschungsinstituts für Mundgesundheit an der Indiana University School of Dentistry. Es sei Zeit, die Diskussionen zu beenden und in die Tat umzusetzen. „Das Ziel dieses Weißbuchs besteht darin, bei diesen Bemühungen ein nützliches Werkzeug darzustellen.“

Publikation: Schwendicke F et al. Managing Carious Lesions: Consensus Recommendations on Carious Tissue Removal. Adv Dent Res. 2016 May;28(2):58-67. Hier geht es zum kostenlosen Volltext.

Über die Partnerschaft zur Kariesprophylaxe finden Sie hier mehr Informationen.

Quelle: Charité, 22.09.2016; FDI World Dental Federation, 07.09.2016



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