Einzel-Implantate zur Fixierung von Vollprothesen im zahnlosen Unterkiefer

Ergebnisse von weltweit größter Studie veröffentlicht

DÜSSELDORF/KIEL (Biermann) – Mitte Oktober wurden die Ergebnisse der weltweit größten Studie zu Einzelzahnimplantaten für die Fixierung einer Vollprothese im zahnlosen Unterkiefer im „ Journal of Dental Research“ veröffentlicht. Der Hintergrund: Kosten und Aufwand der Implantation im zahnlosen Kiefer von Senioren sollen verringert werden. Daher wird im Rahmen der Studie untersucht, ob die Verankerung einer Totalprothese über ein einzelnes zentrales Implantat in der Unterkiefermitte eine sinnvolle Alternative darstellt.

Zu diesem Zweck wird die abnehmbare Zahnprothese mittels Druckknopfverankerung am Unterkiefer fixiert. Das dafür notwendige Verankerungsimplantat wird in der Mitte des Unterkiefers eingesetzt. „Die bisherigen Studienergebnisse weisen darauf hin, dass diese Methode auch nach einem Zeitraum von fünf Jahren zu einer Verbesserung der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität und der objektiven Kaufunktion führt“, sagt Prof. Matthias Kern vom Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH).

Die Studie wurde jetzt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) um drei Jahre verlängert. Das Fördervolumen dieses 2012 begonnenen Projekts der Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik und Werkstoffkunde des UKSH, Campus Kiel, beträgt damit rund 1,275 Mio. Euro.

Die internationale Bedeutung des Projekts wurde auf der Jahrestagung der European Association for Osseointegration bestätigt. Oberärztin Dr. Nicole Passia gewann dort den mit 2000 Euro dotierten Award für die beste wissenschaftliche Posterpräsentation. Das Thema der Präsentation stammt aus der Studienforschung: „Single Dental Implant in the Edentulous Mandible (SMIS) – Chewing Efficacy after 24 Months of Observation”.

In einer neuen Studie wollen zudem die Zahnmediziner am Campus Kiel erforschen, wie effektiv eine Vollprothese im Unterkiefer durch zusätzliche Zahnimplantate verankert werden kann. Zu diesem Zweck suchen Kern und sein Team zahnlose Personen ab 50 Jahren, die trotz klinisch adäquat gestalteter Totalprothesen mit dem Sitz ihrer Unterkiefertotalprothese unzufrieden sind.

Im Rahmen der Studie erhalten die Patienten in einem chirurgischen Eingriff drei Implantate im Unterkiefer. Anschließend wird die Vollprothese zunächst an einem Implantat befestigt, nach drei Monaten an zwei Implantaten und nach einem halben Jahr an allen drei Implantaten. Dadurch wollen die Forscher herausfinden, wie die Anzahl der im zahnlosen Unterkiefer eingesetzten Implantate die Kaueffektivität beeinflusst.

Zum Originalbericht

Informationen zur neuen Studie

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V., 21.11.2017



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