Förderung der natürlichen Zahnreparatur durch niedermolekulare GSK3-Antagonisten

Bei Mäusen erfolgreich

LONDON (Biermann) – Wissenschaftler des King’s College London haben eine neue Methode entdeckt, um die Erneuerung lebender Stammzellen in der Zahnpulpa mit Hilfe eines Alzheimer-Medikamentes zu stimulieren. Nach einem Trauma oder einer Infektion kann es dazu kommen, dass die Pulpa exponiert wird und sich infiziert. Um den Zahn vor einer Infektion zu schützen, wird auf natürlichem Weg ein dünnes Dentin-Band gebildet. Dieses reicht aus, um die Pulpa zu versiegeln, aber nicht, um große Kavitäten effektiv zu reparieren.

In ihrer Arbeit, die am 9. Januar in „Scientific Reports” erschienen ist, schildern die Londoner Wissenschaftler, wie sie die Stammzellen in der Pulpa zur Bildung neuen Dentins stimulieren. Das Ziel der neuen Methode: die Zähne in die Lage zu versetzen, ihre natürlichen Fähigkeiten zu nutzen, um große Kavitäten selbst zu reparieren.

Eines der kleinen Moleküle, die das Team einsetzte, um die Stammzellen zur Erneuerung anzuregen, war Tideglusib. Dies ist bereits in klinischen Studien zur Behandlung neurologischer Erkrankungen inklusive Alzheimer zur Anwendung kommen. Somit bietet sich eine Gelegenheit, die Behandlung auf schnellem Wege zur praktischen Anwendung zu bringen.

Mittels biologisch abbaubarer Kollagen-Schwämme applizierte das Team geringe Dosen niedermolekularer Inhibitoren der Glykogensynthase-Kinase 3 (GSK-3) am Zahn. Der Schwamm baute sich mit der Zeit ab und wurde durch neues Dentin ersetzt, was zu einer vollständigen, natürlichen Reparatur führte. Mit dem Abbau des Schwamms endete auch die Stimulierung der Stammzellen, was bislang als Herausforderung galt. Solche Schwämme sind ebenfalls bereits kommerziell erhältlich und klinisch zugelassen.

Ob die neue Methode, die bislang an Mäusen erprobt wurde, tatsächlich so schnell den Weg zur Anwendung bei Menschen finden wird, bleibt abzuwarten. Als mögliche Hürden gelten die Frage nach der Haltbarkeit des neu gebildeten Dentins, jene nach der Abdeckung und dem Schutz während des Nachwachsens und zu guter Letzt natürlich die Kosten.

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Quelle: King’s College London, 09.01.2017



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