Regenerative Parodontaltherapie vs. Lappenoperation bei humanen intraossären Defekten

20-Jahres-Daten sprechen für die Regeneration

FLORENZ (Biermann) – Die regenerative Parodontaltherapie führt einer neuen Studie zufolge zu besseren Ergebnissen nach 20 Jahren als eine alleinige Lappenoperation: kein Zahnverlust, eine geringere Progression der Parodontitis und geringere Ausgaben durch erneute Eingriffe.

Diese Vorteile müssten im Kontext der höheren unmittelbaren Kosten, die mit der regenerativen Therapie einhergehen, interpretiert werden, schreiben die Wissenschaftler um Erstautor Dr. Pierpaolo Cortellini von der Accademia Toscana di Ricerca Odontostomatologica (ATRO) in Florenz. Allerdings müssten diese vorläufigen Beobachtungen auf größere Gruppen und breitere klinische Rahmenbedingungen ausgeweitet werden, ergänzen sie.

Die Autoren hatten 45 intraossäre Defekte bei 45 Patienten für eines der folgenden Verfahren randomisiert: modifizierter Papillenerhaltungslappen mit titanverstärkten expandierten Polytetrafluorethylen (ePTFE)-Membranen (MPPT Tit, N=15), Lappenoperation mit ePTFE-Membranen (Flap-ePTFE, N=15) und alleinige Lappenoperation (Flap, N=15). Eine unterstützende Parodontitistherapie erhielten die Patienten ein Jahr lang monatlich, danach 20 Jahre lang alle drei Monate. An Stellen mit Rezidiven erfolgte eine Parodontalbehandlung.

Wie die Auswertung zeigte, erschienen 41 Patienten regelmäßig zur unterstützenden Parodontitistherapie, vier gingen der Nachbeobachtung verloren. Die Unterschiede im klinischen Attachment-Level zwischen 1 und 20 Jahren betrugen −0,1±0,3 mm (p=0,58) in der Gruppe mit MPPT Tit, −0,5±0,1 mm (p=0,003) in der Flap-ePTFE-Gruppe und −1,7±0,4 mm (p<0,001) in der Flap-Gruppe.

Nach 20 Jahren hätten die mit einer Lappenoperation behandelten Stellen einen größeren Attachment-Verlust gezeigt als die mit MPPT Tit (1,4±0,4 mm; p=0,008) und Flap-ePTFE (1,1±0,4 mm; p=0,03) behandelten Stellen. Wie die Autoren zudem feststellten, fielen in der Flap-Gruppe zwei behandelte Zähne aus.

Cortellini und seine Kollegen verzeichneten in der MPPT Tit-Gruppe fünf Episoden mit Rezidiven, in der Flap-ePTFE-Gruppe sechs und in der Flap-Gruppe 15. Es zeigte sich, dass die residuelle Taschentiefe nach einem Jahr signifikant mit der Zahl der Rezidive korrelierte (p=0,002). Mit einer Lappenoperation behandelte Stellen hätten über einen Zeitraum von 20 Jahren mit unterstützender Parodontitistherapie eine höhere Odds Ratio für Rezidive und höhere Kosten für erneute Eingriffe aufgewiesen als regenerierte Stellen, ergänzen die Studienautoren.

Quelle: Journal of Clinical Periodontology, online erschienen am 22.11.2016

Hier geht es zum Originalbericht

 



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