Zahngesundheit kann auf Diabetesrisiko hindeuten

Studienergebnisse auf der 100. Jahrestagung der Endocrine Society vorgestellt

CHICAGO (Biermann) – Eine schlechte Zahngesundheit kann mit einem erhöhten Risiko für Diabetes verbunden sein. Das zeigt eine neue Studie, die kürzlich auf der 100. Jahrestagung der Endocrine Society in den USA vorgestellt wurde.

„Der Zustand der Zähne kann ein Hinweis auf das Diabetesrisiko sein“, erklärte Dr. Raynald Samoa, Hauptautor der Untersuchung. Er arbeitet in der Abteilung für Diabetes, Endokrinologie und Stoffwechsel am City of Hope National Medical Center in Duarte, Kalifornien.

„Unsere Ergebnisse lassen die Schlussfolgerung zu, dass Zahnuntersuchungen eine Möglichkeit sein könnten, solche Personen zu identifizieren, die wahrscheinlich an Diabetes erkranken. Wir fanden einen progressiven positiven Zusammenhang zwischen einer Verschlechterung der Glukosetoleranz und der Anzahl fehlender Zähne. Die Querschnittstudie liefert zwar keinen Beweis für eine ursächliche Verbindung, zeigt aber, dass vor dem Auftreten eines manifesten Diabetes ein schlechter Dentalzustand beobachtet werden kann.“

Samoa und seine Kollegen untersuchten den Einfluss der Glukosetoleranz auf die Zahngesundheit anhand einer repräsentativen amerikanischen Kohorte von Patienten.

Die Wissenschaftler sichteten die Krankenakten von mehr als 9600 Erwachsenen im Alter von mindestens 20 Jahren, die im Rahmen des National Health and Nutrition Examination Survey 2009–2014 von Zahnärzten untersucht worden waren. Dabei analysierten sie sowohl den angegebenen Body-Mass-Index und den Status der Glukosetoleranz unter Berücksichtigung der Glukosewerte im nüchternen Zustand sowie zwei Stunden nach Glukoseaufnahme und des Langzeitblutzuckerwertes (HbA1c). Einbezogen in die Analyse wurde auch, ob ein Diabetes vorlag und wenn, ob dieser mit Tabletten oder mit Insulin behandelt wurde.

Die Forscher stellten einen Anstieg der Anzahl von Patienten mit fehlenden Zähnen fest, je weiter die Glukosetoleranz sank – von gut 45 Prozent in der Gruppe mit normaler Glukosetoleranz (NGT) auf rund 68 Prozent in der Gruppe mit anomaler Glukosetoleranz (AGT). In der Gruppe der Diabetiker betrug der Anteil der Patienten mit fehlenden Zähnen sogar fast 83 Prozent.

Die Unterschiede in der Anzahl fehlender Zähne zwischen den drei Gruppen war bedeutsam: 2,3 in der NGT-Gruppe, 4,4 in der AGT-Gruppe und 6,8 in der Diabetesgruppe.

Quelle: Endocrine Society, 19.03.2018



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