Wenn sich ein Kind ankündigt:


Was darf ich in der Praxis noch tun?

KÖLN (Biermann) – So sehr sich die meisten zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) über eine Schwangerschaft freuen: Bei ihrem Chef kann die Freude aufgrund der praktischen Konsequenzen schon mal recht getrübt ausfallen. Denn aufgrund des Risikos für den Fötus darf er, sobald er von der Schwangerschaft weiß, seine ZFA nur noch recht eingeschränkt einsetzen.

So darf sie nach Angaben der Landeszahnärztekammer Brandenburg (LZKB) zum Beispiel weder bei operativen Tätigkeiten noch bei Injektionen assistieren. Andere Tätigkeiten seien nur dann erlaubt, wenn keine Verletzungs- und Infektionsgefahr besteht. Außerdem müsse die ZFA eine ausreichende Immunität gegen Hepatitis B und Röteln nachweisen.

In Bezug auf Haltemaßnahmen beim Röntgen heißt es in §35 der Verordnung über den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen (RöV): „Sobald eine Frau ihren Arbeitgeber darüber informiert hat, dass sie schwanger ist, ist ihre berufliche Strahlenexposition arbeitswöchentlich zu ermitteln und ihr mitzuteilen.“

Während bei gebärfähigen Frauen nach der RöV „die über einen Monat kumulierte Dosis der Gebärmutter den Grenzwert von 2 Millisievert nicht überschreiten“ darf, gilt für den Fötus, dass „die Äquivalentdosis vom Zeitpunkt der Mitteilung der Schwangerschaft bis zu deren Ende den Grenzwert von 1 Millisievert nicht überschreiten“ darf (§31a). Als Äquivalentdosis des ungeborenen Kindes gilt nach der RöV die Organdosis der Gebärmutter der schwangeren Frau. Kann der Dosisgrenzwert nicht pro Arbeitswoche ermittelt werden, sind Haltemaßnahmen am zu röntgenden Patienten laut LZKB nicht zulässig.

Da für ein mutterschutzrechtliches Beschäftigungsverbot eine genaue Bestimmung der Röntgen-Dosis in der Praxis zu Problemen führen kann und bereits eine sehr geringe Infektionswahrscheinlichkeit genügt, sind die Tätigkeit im Kontrollbereich von Röntgeneinrichtungen und die Stuhlassistenz in der Regel tabu, sobald die ZFA ihrem Arbeitgeber die Schwangerschaft mitgeteilt hat.

Ist die Sicherheit für Mutter und Kind in einem bestimmten Tätigkeitsbereich nicht gewährleistet, so muss der Arbeitgeber ihr einen anderen Tätigkeitsbereich suchen. Ist dies nicht möglich, darf die schwangere ZFA vorläufig nicht beschäftigt werden.

Übrigens dürfen laut Mutterschutzgesetz Schwangere nicht „mit Arbeiten, bei denen sie sich häufig erheblich strecken oder beugen oder bei denen sie dauernd hocken oder sich gebückt halten müssen“ beschäftigt werden. Ein Beschäftigungsverbot besteht auch „nach Ablauf des fünften Monats der Schwangerschaft mit Arbeiten, bei denen sie ständig stehen müssen, soweit diese Beschäftigung täglich vier Stunden überschreitet“ (§4 MuSchG).

Quellen:
Infos der Landeszahnärztekammer Brandenburg (aus Sicht der Zahnärzte)
Mutterschutzgesetz
Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz
Verordnung über den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen

 

Ihr Direktservice

Login

Warenkorb0

enthält keine Produkte


Direktbestellung

Call Back

Rückrufgrund
 
 
 
 
 

Katalog anfordern

Katalog wählen



Zuletzt angesehen

bisher keine Produkte angesehen