Nachwuchspflege im Zahntechnik-Labor

VMF-Vorsitzende plädiert für wertschätzenden Umgang

BOCHUM (Biermann) – Zum neuen Ausbildungsjahr beleuchtet der Verband Medizinischer Fachberufe e.V. (VMF)  die Situation der jungen Menschen, die in Zahntechniker-Laboren ihre Ausbildung beginnen. Allein in Deutschland waren das in den vergangenen Jahren jeweils rund 2000 Azubis.

„Vor ihnen liegt eine dreieinhalbjährige Ausbildungszeit mit all den Herausforderungen, die Ausbildung für Berufseinsteiger und das Team mit sich bringt. Denn Ausbilden ist kein Provisorium. Hier ist Nachhaltigkeit gefragt", erklärt Hannelore König, 1. geschäftsführende Vorsitzende des VMF.

„Viele Auszubildende haben sich vorher gut über diesen anspruchsvollen Beruf informiert, andere sind eher zufällig hineingerutscht", so König weiter. „Für alle sieht der Berufsalltag aber oft anders aus, als sie es sich vorgestellt haben. Wichtige Ausbildungsvoraussetzungen für Zahntechniker/innen sind Interesse an Naturwissenschaften und neuen Technologien, feinmotorisches Geschick und präzises Arbeiten sowie ein Gefühl für Formen und Farben. Doch wer von ihnen hätte schon damit gerechnet, dass es in einem Zahnlabor auch mal unangenehm riechen kann, wenn z.B. Prothesen abgeschliffen werden müssen?

Auszubildende müssen sich nicht nur Materialkunde und Fachwissen aneignen, sondern auch Zusammenhänge und Abläufe verstehen. Ebenso gilt es, das präzise Arbeiten unter zeitlicher Vorgabe zu erlernen, denn diese oft stressenden Rahmenbedingungen sind für Zahntechniker/innen in ihrem Berufsalltag normal.“

Bekanntlich läuft nicht immer alles glatt, die Azubis haben in der Regel keine Ahnung, was auf sie zukommt. König wünscht sich, dass sowohl die Meister als auch die Teammitglieder des Labors ihre Aufgabe nicht nur in der Anleitung der jungen Menschen sehen, sondern auch versuchen, diese für den Beruf zu begeistern.

 „Gemeinsam mit den Auszubildenden sollten Förder- und Entwicklungsmaßnahmen erörtert und vereinbart werden“, rät sie. Das sehe für jeden Auszubildenden unterschiedlich aus. „Vorerfahrungen, schulische Bildung, Alter und Geschick spielen dabei eine wichtige Rolle. Um dieses Maßnahmenpaket zu erarbeiten, benötigt es Einsicht, Zeit und gegenseitiges Aufeinanderzugehen.“

Neben angemessenen Ausbildungsvergütungen seien auch gute Arbeitsbedingungen notwendig, um junge Menschen für den Beruf des Zahntechnikers zu begeistern, unterstreicht König. Dazu zählten auch die korrekte Ausstattung des Arbeitsplatzes und die Bereitstellung von notwendigen Hygiene- und Schutzmaterialien.

Außerdem bricht König eine Lanze für den wertschätzenden Umgang mit den Auszubildenden und  die eigene Vorbildwirkung. "Das ist nicht nur für die Ausbilder, sondern auch für die Ausbildenden anstrengend. Man muss sich selbst hinterfragen, die eigene Arbeit, die Handlungen analysieren und begründen", sagt König. Diese Anstrengung sei gleichzeitig eine große Chance für das zahntechnische Laboratorium, eingefahrene Pfade zu hinterfragen oder zu korrigieren.

Die VMF-Vorsitzende unterstreicht, dass die Investition in eine qualitativ hochwertige Ausbildung den Fachkräftebedarf im Zahntechnikerhandwerk und die Versorgung der Patienten sichere. „Darüber hinaus brauchen wir für die jungen Menschen sowohl berufliche als auch finanzielle Perspektiven, damit sie nach ihrer Ausbildung im Beruf bleiben und nicht von der Dentalindustrie abgeworben werden“, ergänzt sie.

Quelle: Verband Medizinischer Fachberufe e.V., 29.09.2015



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