Zahnersatz für alte Patienten

Seniorenzahnmedizinisches Wissen auch für Zahntechniker ratsam

 

KÖLN  (Biermann) – Die Bevölkerung hierzulande wird immer älter – und das immer öfter mit zumindest einigen eigenen Zähnen, die aber natürlich mit dem Alter nicht gesünder werden. Die Initiative „prodente“ hat sich aktuell des Themas Alterszahnheilkunde angenommen und unterstreicht in ihrem Artikel „Seniorengerechte Zahnarztpraxis“, dass auch das Team von Dentallaboren seniorenzahnmedizinisches Wissen brauche, um zusammen mit dem Zahnarzt zur erfolgreichen Behandlung der Patienten beizutragen.

Laut „prodente“ fehlen Senioren in Deutschland im Schnitt 14,2 Zähne. Wie die Versorgung am sinnvollsten aussehen sollte, hängt stark von den individuellen Voraussetzungen ab. So zitiert der Artikel Prof. Dr. Ina Nitschke, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ), wonach jemand, der beide Hände oder einzelne Finger nicht mehr uneingeschränkt bewegen kann, eine andere Prothese braucht als ein Patient mit voll funktionsfähigen Händen.

Auf prothetische Maßnahmen bei älteren Patienten geht Univ.-Prof. Dr. Dr. Ingrid Grunert, Innsbruck, in ihrem Artikel „Gerostomatologie – der Zukunftsbereich in der zahnärztlichen Praxis“ ein. Sei festsitzender Zahnersatz wegen reduzierter Pfeilerzahl nicht mehr möglich, gebe es auch ohne zusätzliche Implantatpfeiler Möglichkeiten, die von der einfachen Modellgussprothese bis zur klammerlosen Verankerung der Prothese mit Geschieben oder „den bei älteren Patienten sehr bewährten Doppelkronensystemen reichen“.

Die Überlebensrate einfacher Modellgussprothesen sei mit 50 Prozent nach zehn Jahren gar nicht so schlecht und mit „hochwertigeren“ Lösungen durchaus vergleichbar, schreibt Grunert. Die Doppelkronentechnik habe sich als eine sehr gute prothetische Versorgungsart sowohl auf natürlichen Pfeilern als auch auf Implantaten sowie in der gemischten Form bewährt.

Grunert weist auch darauf hin, dass Menschen heute meist erst im höheren Lebensalter ihre Zähne verlieren und in einem Alter mit herausnehmbarem Zahnersatz konfrontiert werden, in dem die Adaptationsfähigkeit bereits gesunken ist. So sei es bei einem sehr alten Totalprothesenpatienten oft günstiger, schon lange getragene Prothesen, die einer funktionellen Verbesserung bedürfen, zu unterfüttern und die Okklusion durch Remontage zu verbessern – an neuen Zahnersatz könne sich der Patient oft schwer oder gar nicht gewöhnen.

In Kooperation mit dem Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI), der DGAZ und der Dienstleistungsgesellschaft Gesundheit mbH wird am 22. Januar 2016 in Berlin eine Fortbildung Gerostomatologie für Zahntechniker stattfinden. Interessierte können sich bei der Zahntechniker-Innung Berlin-Brandenburg melden, Telefon: 030-393 50 36. Weitere Informationen: www.dlg-news.de/fortbildung/senioren-und-zahntechnik/index.html

Quellen:
www.prodente.de/erkrankungen/alterszahnheilkunde/neue-konzepte-fuer-aeltere-menschen.html
www.bzb-online.de/okt08/48_51.pdf
www.dlg-news.de/fortbildung/senioren-und-zahntechnik/index.html



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