Per Job Crafting den Arbeitsplatz besser an die persönlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse anpassen

Mit Eigeninitiative zu mehr Zufriedenheit und Erfolg

LEIPZIG (Biermann) – Den Arbeitstag wenig motiviert begonnen und unzufrieden beendet – solche Phasen hat wohl fast jeder Arbeitnehmer schon erlebt. Neuen Studienergebnissen zufolge lassen sich Engagement und Arbeitsleistung mittels „Job Crafting“ verbessern. Darunter verstehen die Wissenschaftler eine aktive Form der individuellen Arbeitsgestaltung, bei der Erwerbstätige sich bemühen, ihren Job und ihre Arbeit selbstständig umzugestalten und zu verbessern. Auf diese Weise soll das Job Crafting Erwerbstätigen dabei helfen, ihren Job besser an ihre individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse anzupassen.

Dr. Hannes Zacher, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Leipzig, hat zusammen mit US-Kollegen die erste große empirische Überblicksstudie (Meta-Analyse) zum Thema Job Crafting im „Journal of Vocational Behavior“ veröffentlicht. In die Überblicksstudie gingen insgesamt 122 Einzelstudien mit mehr als 35.000 Erwerbstätigen ein. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Nutzung von Job Crafting generell positive Konsequenzen für Erwerbstätige hat.

So fanden Zacher und seine Kollegen heraus, dass die Methode mit einer höheren Arbeitszufriedenheit, größerem Arbeitsengagement und besserer Arbeitsleistung zusammenhängt. „Erwerbstätige, die mehr Job Crafting betreiben, fühlen sich bei ihrer Arbeit weniger gestresst“, erklärt Zacher.

Darüber hinaus belegt die Überblicksstudie, dass Job Crafting vor allem von Menschen genutzt wird, die eine große Entscheidungsfreiheit im Job und/oder hohe Arbeitsanforderungen haben. „Diese Form der individuellen Arbeitsgestaltung hängt auch mit bestimmten Persönlichkeitseigenschaften zusammen. Dazu gehören die allgemeine Neigung, Eigeninitiative zu zeigen und der Glauben an die eigenen Fähigkeiten“, sagt der Arbeitspsychologe.

Job Crafting kann sich auf Veränderungen in vier wichtigen Arbeitsaspekten beziehen:

  • strukturelle Aspekte (wie das Ausmaß an Entscheidungsfreiheit),
  • soziale Aspekte (z. B. die Zusammenarbeit mit sympathischen Kollegen),
  • neue Herausforderungen (etwa die Mitarbeit in spannenden Projekten) und
  • die Beseitigung von hinderlichen Arbeitsanforderungen (wie Zeitdruck).

Publikation: Job crafting: A meta-analysis of relationships with individual differences, job characteristics, and work outcomes.

Quelle: Universität Leipzig, 01.06.2017

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