Zahnersatz aus dem 3D-Drucker?

Sachverständigenpapier untermauert Bedeutung zahntechnischer Expertise

BERILN (Biermann) – Liest oder sieht man so manchen Bericht in den Publikumsmedien, kann der Eindruck aufkommen, dass der Zahnersatz heute bereits komplett aus dem 3D-Drucker stammt. Dass aber die Anfertigung von Zahnersatz derzeit ohne fundierte zahntechnische Expertise nicht möglich ist – auch nicht mit den additiven digitalen Fertigungsmöglichkeiten (umgangssprachlich 3D-Druck) –, untermauert jetzt ein Sachverständigenpapier. Der zu erwartenden Entwicklung der 3D-Drucktechnologie in der Zahntechnik werde mit diesen Ausführungen eine neutrale und realistische Gewichtung gegeben, heißt es in der Einführung.

An dem Sachverständigen-Papier haben die folgenden Autoren mitgearbeitet: Annett Kieschnick (Fachjournalistin), Josef Schweiger (Zahntechnischer Laborleiter, LMU München, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik), Prof. Dr. Daniel Edelhoff (Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik LMU München, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik) und Privatdozent Dr. Jan Frederik Güth (Oberarzt der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik LMU München, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik).

Nach der Geschichte des 3D-Drucks, der Nomenklatur und Einteilung der additiven CAD/CAM-gestützten Fertigung geht das Papier auf den Status quo des dentalen 3D-Drucks ein. Eine Trendstudie – die Gartner-Analyse 2014 – habe dem 3D-Druck bis zur vollständigen Akzeptanz etwa 10 bis 15 Jahre vorausgesagt, schreiben die Autoren. Dies könnte in etwa auf den Dentalbereich zutreffen, doch voraussichtlich nicht in der Intensität, wie es derzeit in Marketingversprechen oft dargestellt werde, führen sie weiter aus.

Unter „Anwendungsspektrum und Materialien“ wird erläutert, warum der definitive Zahnersatz aus dem 3D-Drucker zurzeit noch als Illusion zu bezeichnen ist. Zudem verrät die Rubrik „Indikationen“, bei welchen Zahnproblemen der 3D-Druck künftig als sinnvolles Hilfsmittel fungieren könnte, z. B. als Unterstützung in der Totalprothetik.

Unter „Perspektiven“ wird der Stand der Dinge beim Multimaterialdruck, einem Lasersinter-Verfahren für den Druck von Zirkonoxid und beim LCM-Verfahren (Lithography-based Ceramic Manufacturing) dargestellt.

Last, but not least behandeln die Autoren das Thema „Qualifikation: Zahntechnische Ausbildung“. Der Beruf des Zahntechnikers sei durch die CAD/CAM-Frästechnologie nicht ersetzt worden und werde es voraussichtlich auch durch die Etablierung des 3D-Drucks nicht. Die Herstellung eines hochwertigen Zahnersatzes bedürfe immer der zahntechnischen Expertise, die trotz digitaler Technologien auf einem breiten analogen Wissens- und Erfahrungsfundament beruht.

Zum Originalbericht

Quelle: Sachverständigenpapier zur „Digitalen additiven Fertigung in der Zahntechnik"



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