Verfärbbarkeit von Keramiken


Oberflächenbehandlungen können die Farbstabilität beeinflussen


ISTANBUL (Biermann) – Das Ziel einer aktuellen türkischen Studie bestand darin, die Verfärbbarkeit von Keramiken zu bestimmen, die nach verschiedenen Oberflächenbehandlungen mit Kaffee in Kontakt kamen, und die Oberflächenrauheit mit den Farbunterschieden zu korrelieren.

Der Hintergrund: Letzte Anpassungen können zu einem Verlust der Keramikglasur führen. Dies muss durch einen erneuten Glanzbrand oder Polieren korrigiert werden, um klinisch erfolgreiche Restaurationen zu erhalten. Solche Restaurationen sind aber möglicherweise anfälliger für Verfärbungen.

Zu diesem Zweck erstellte das Wissenschaftlerteam um Pelin F. Karagoz Motro von der Yeditepe Universität in Istanbul  66 Keramik (IPS e.maxCeram)-Scheiben und unterzog sie nach den Angaben des Herstellers einem Glanzbrand. Dann wurden diese 66 Scheiben in sechs Gruppen eingeteilt.

Die Gruppe „Glaze“ (Gruppe G) blieb unbehandelt und diente als Kontrolle. Alle anderen wurden mit einem rotierenden Diamant-Instrument abgeschliffen. Die Gruppe „Reglaze“ (Gruppe R) wurde einem erneuten Glanzbrand unterzogen, die anderen mit unterschiedlichen Politur-Materialien poliert.

Die Gruppe „Shofu” (Gruppe S) wurde mit abrasivem Stein (Dura-Green Stones), einem groben Silikonpolierer (Ceramaster Coarse), einem Silikonpolierer (CeraMaster) und Polierpaste (Ultra II) mit Filzscheiben  (Super-Snap Buff Disks) poliert.

Die Gruppe „Ultradent” (Gruppe U) wurde mit 1,0- und 0,5-μm Polierpasten (Ultradent Diamond) mit einer Bürste aus Ziegenhaar (Jiffy) poliert und die Gruppe Bredent (Group B) mit abrasivem Stein (Diagen turbo grinder), einer runden Polierbürste (Abraso-fix) und Polierpaste (Diamond) mit Filzscheiben.

Die Gruppe „Diamond rotary cutting instrument” (Gruppe D)  wurde nach dem Abschleifen nicht weiter behandelt.

Die Oberflächenrauheit maßen die Forscher mit dem Profilometer (n=10) und eine Probe aus jeder Gruppe wurde mit dem Rasterelektronenmikroskop (SEM) evaluiert. Den Farbunterschied bestimmten die Forscher mithilfe eines Spektrophotometers vor und zwölf Tage nach dem Eintauchen in Kaffee.

Die Auswertung ergab, dass die Werte für die Oberflächenrauheit (Ra) von der höchsten bis zu niedrigsten wie folgt geordnet waren: Gruppe D, B, U, S, R und G. Das Team um Motro fand signifikante Unterschiede (P<0,01) zwischen den Gruppen, ausgenommen die Gruppen G und R.

Zwischen den Farbdifferenzwerten der Gruppen G und R gab es keine signifikanten Unterschiede. Beide waren signifikant niedriger als die der anderen Gruppen (P<0,01). Gruppe D zeigte die höchsten ΔE-Werte (>2), was als klinisch inakzeptabel angesehen wird (P<0,01). Zwischen den Gruppen S, U und B ergaben sich keine signifikanten Unterschiede.

Raue Oberflächen färbten sich nach dem Eintauchen in Kaffee stärker an als glatte – das ließ sich auch durch eine 83%ige positive signifikante Beziehung zwischen den Ra- und ΔE-Werten  (P<0,01) belegen.

„Oberflächenbehandlungen beeinflussten die Oberflächenrauheit und die Farbstabilität”, bilanzieren die Autoren. „Glatte Oberflächen zeigten nach der Verfärbung eine bessere Farbstabilität.“

„Die Verfärbbarkeit von Keramik kann mit Veränderungen der Oberflächentextur nach verschiedenen Oberflächenbehandlungen zusammenhängen“, lautet ihr Fazit

Quelle: Journal of Prosthetic Dentistry 2012; 108(4): 231-237


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