Eingefärbtes vs. ungefärbtes Zirkondioxid

Stabilität untersucht

ATHEN (Biermann) – Wie stabil ist die tetragonale Phase von eingefärbtem Zirkondioxid nach dem Zusatz färbender Oxide? Dieser Frage gingen Dr. Panagiota-Eirini Spyropoulou von der Universität Athen und ihre Kollegen in einer in-vitro-Studie nach, in der sie die Effekte von Materialermüdung auf die Stabilität eines kommerziell erhältlichen Zirkondioxids (Procera) sowohl in ungefärbter wie in gefärbter Zusammensetzung evaluierten. Dabei maßen sie die Veränderung der biaxialen Biegefestigkeit (BFS) nach 500.000 Zyklen bei einer Belastung von 80 N und die per Röntgenbeugung (XRD) bestimmte Phasenzusammensetzung.

Zu diesem Zweck präparierten die Wissenschaftler partiell stabilisierte Zirkondioxid-Scheiben  (NobelProcera) in ungefärbten und eingefärbten Formen (12 mm Durchmesser x 0,8 mm dick). Die Musterstücke analysierte sie per Energiedispersiver Röntgenspektroskopie (EDS) und per Wellenlängen-dispersiver Röntgenspektroskopie (WDS) auf die Oxid-Zusammensetzung hin, die das Vorliegen kleiner Mengen Fe-O (0,13 ±0,10 Gewichtsprozent) in den eingefärbten Musterstücken zeigte.

Die XRD habe sich auf die tetragonalen (T) und monoklinen (M) Gipfel im 20 bis 40 Grad 2 Bereich konzentriert, schreiben die Autoren im „Journal of Prosthestic Dentistry“. Die Scheiben seien auf einer Seite poliert gewesen und zyklisch belastet worden (80 N, 500.000 Zyklen, maßgeschneiderte Testmaschine zur Materialermüdung mit 4-Stationen). Nach den Zyklen wurde die verbliebene BFS der Scheiben getestet, Nicht gefärbte (U) und eingefärbte Gruppen (S) wurden vor (U1, S1) und nach der zyklischen Belastung anhand von XRD und verbliebener BFS verglichen.

Wie die Wissenschaftler feststellten, waren die residuelle BFS (MPa) für die Musterstücke vor (U1=856 ±99 vs. S1= 842 ±40) und nach der Materialermüdung statistisch unterschiedlich (U2=772 ±65 vs. S2= 718 ±68) (U1 vs. U2; S1 vs. S2; U2 vs. S2, P<0,05). Außerdem beobachteten sie, dass die XRD der U1 und S1-Musterstücke tetragonales und kubisches Zirkondioxid zeigte, während die U2 und S2-Musterstücke tetragonales Zirkondioxid enthielten, wobei sich nach den Materialermüdungszyklen erste kleine Mengen von monoklinem Zirkondioxid zeigten. Das monokline Zirkondioxid sei auf der Spannungsseite der getesteten Musterstücke gemessen worden und habe zwischen den Tests im Zentrum und radial bei 4 mm variiert, erläutern die Autoren.

„Die Ergebnisse zeigen, dass eingefärbte Materialien unter Belastungszyklen eher von der tetragonalen in die monokline Phase übergehen als ungefärbte“, bilanzieren Spyropoulou und ihr Team. Es sei jedoch schwierig, die Effekte jeglicher Verkürzung der Lebensdauer von Zirkondioxid-Zusammensetzungen zu extrapolieren. Auch müssten die potenziell abmildernden Effekte andere Faktoren wie der thermalen Nachbearbeitung von Porzellanveneers, Makel auf dem Zirkondioxid oder Effekte von Wasser noch erforscht werden.

Quelle: The Journal of Prosthestic Dentistry, online erschienen am 22.03.2016. Den Originalbericht finden Sie hier.

 



© MedCon Health Contens GmbH

Ihr Direktservice

Login

Warenkorb0

enthält keine Produkte


Direktbestellung

Call Back

Rückrufgrund
 
 
 
 
 

Katalog anfordern

Katalog wählen



Zuletzt angesehen

bisher keine Produkte angesehen