Erstellung von Totalprothesen

Klinische Pilotstudie vergleicht zwei digitale Verfahren

HEIDELBERG (Biermann) – Die Einführung digitaler Techniken könnte die Qualität und Kosteneffektivität der Versorgung mit herausnehmbaren Totalprothesen verbessern. Wie wichtig diese ist, untermauert eine Studie, die 2014 auf der 63. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien (DGPro) vorgestellt wurde: Demnach sind der inadäquate prothetische Ersatz fehlender Zähne und das Nicht-Tragen von Totalprothesen bei Zahnlosigkeit mit einem erhöhten Risiko für Unterernährung von Senioren im Pflegeheim vergesellschaftet (Zenthöfer et al.; S. 9 des Abstractbandes)¹.

In einer klinischen Pilotstudie untersuchten nun Dr. Franz Sebastian Schwindling und Dr. Thomas Stober vom Universitätsklinikum Heidelberg die klinische Machbarkeit und Komplikationen während der Herstellung und Qualität von zwei Typen digital entworfener Totalprothesen.

An der Studie nahmen fünf Personen teil. Für jeden Teilnehmer wurden zwei Paare von Totalprothesen digital entworfen. Die Basen der Prothesen wurden anhand identischer Daten erstellt – entweder durch das Fräsen aus Polymethacrylat-Rohlingen oder per Spritzgießen. Die Behandlung habe vier Sitzungen umfasst, schreiben die Autoren.

Abdrücke aus Polyvinylsiloxan seien mit Abdrucklöffeln genommen und nachfolgend digitalisiert worden. Nachdem Ästhetik und Funktion mit Probeprothesen evaluiert worden waren, wurden die Basen der Totalprothesen erstellt.

Um den Workflow und Qualität der Prothesen zu evaluieren, maßen die Wissenschaftler das klinische Ergebnis anhand von 6-Punkte-Skalen, die von schlecht (Grad 6) bis zu ausgezeichnet reichten (Grad 1). Für beide Prothesen-Typen wurden die folgenden Aspekte untersucht: Passung, Halt, Ästhetik, Phonetik, maxillomandibuläre und Okklusion.

Wie den Ergebnissen zu entnehmen ist, konnten beide Typen digital entworfener Totalprothesen ohne große Komplikationen erstellt werden. Während des Herstellungsprozesses seien lediglich einige kleinere Komplikationen aufgetreten, vor allem ästhetische Probleme. Hinsichtlich funktioneller Aspekte sahen die Autoren keinen ausgeprägten Unterschied zwischen den Prothesen. Das definitive ästhetische Ergebnis wurde als sehr gut beurteilt.

„Die mit digitaler Technologie erstellten Totalprothesen erfüllten die klinischen Anforderungen“, schlussfolgern Schwindling und Stober. Es sei jedoch weitere Forschung nötig, um die Ergebnisse dieser Untersuchung zu bestätigen.

Quelle: The Journal of Prosthetic Dentistry, online erschienen am 27.05.2016.

Den Originalbericht finden Sie hier.

¹ Die Vorträge und Präsentationen des 63. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien (DGPro) finden Sie hier.

 



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